Hotelmarkt München

Pop-up-Hotel Lovelace nutzt Rechtsstreit

Außen wie das Ritz in Paris, innen wie Andy Warhols Factory in New York und dazu eine große Prise München: Das ausgefallene Pop-up-Hotel Lovelace will all das vereinen. Ab Mai soll für zwei Jahre täglich soll etwas los sein – man versteht sich nicht nur als Unterkunft, es gibt ein buntes Programm aus Kultur, Kunst und Kommerz. Eigentlich sollte in dem Gebäude ein Luxushotel entstehen, da es rechtliche Probleme gab, zieht das Lovelace nun eben für zwei Jahre zur Zwischenmiete ein.

Das von der Bayerischen Hausbau geplante Luxushotel, das in das ehemalige und denkmalgeschützte Hypovereinsbank-Gebäude einziehen sollte, stieß auf Widerstand. Innegrit Volkhardt, geschäftsführende Gesellschafterin des Hotel Bayerischer Hof in München, gehört zu den Nachbarn, die vor Gericht Einsprüche gegen die Pläne erhoben haben. Sie moniert die fehlende Infrastruktur und wünscht sich, dass ein Verkehrsplaner wie auch die Nachbarn mit einbezogen werden.

Die Bayerische Hausbau hält sich bedeckt. Die Baugenehmigung für das Luxushotel  läge vor, habe aber wegen der Klagen keine Rechtskraft erlangt. „Wir werden die hohen Investitionen in die Bauvorhaben erst tätigen, wenn wir Rechtssicherheit erlangt haben“, so Pressesprecherin Sabine Hagn. Die Bayerische Hausbau hat das ehemalige HVB-Forum derweil dem Münchner Szene-Quintett Michi Kern, Gregor Wöltje, Lissie Kieser, Cambis Sharegh und Alexander Lutz zur Zwischennutzung überlassen.

Auf 4800 Quadratmetern Fläche lassen sie das Pop-up mit 30 Zimmern im Herzen Münchens aufleben. Die Macher bezeichnen das Lovelace nicht als Hotel, sondern als Happening. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Diskussionsrunden, Mode-Showrooms und vieles mehr sollen dafür sorgen, dass den Gästen und den Münchnern nicht langweilig wird. Kulinarisch gibt es von einer Rooftop-Bar über ein Café bis hin zur „Streetkitchen“ ein kunterbuntes Angebot.

Eröffnen soll das Projekt Ende Mai/Anfang Juni. Geplant ist der Betrieb bis 2019.