Hotelbuchungen
Online wächst, offline schrumpft, Booking legt zu

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Jede vierte Hotelübernachtung in Deutschland (25,2 Prozent) wurde im Jahr 2016 über Online-Buchungsportale (OTA) generiert. Eindeutiger Marktführer ist Booking.com: Der Marktanteil ist von 47,2 Prozent im Vorjahr auf 54,7 Prozent gewachsen. Traditionelle Buchungen über Telefon, Fax und Brief verlieren im Gegenzug weiter an Bedeutung. Zu diesen Ergebnissen kommt eine vom Hotelverband Deutschland (IHA) beauftragte Studie des Instituts für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis, an der sich über 1.400 Hotels in Deutschland beteiligt haben.

Machten Telefon, Brief und Fax 2013 noch gut ein Drittel der Buchungen in Deutschland aus, waren es im vergangenen Jahr nur noch 25,5 Prozent. Ähnlich lief es beim Verkauf über klassische touristische Partner, wie Tourismusverbände, Reisebüros und Event- und Konferenzveranstalter. Die Buchungen machten vor drei Jahren noch 11,5 Prozent aus – jetzt sind es nur noch 6,4 Prozent. Wurden im Jahr 2013 noch über 26 Prozent der Übernachtungen in deutschen Hotels per Telefon gebucht, fiel der Anteil im Jahr 2016 auf 22,5 Prozent. Trotz der Einbußen ist das Telefon damit allerdings immer noch der zweitwichtigste Buchungskanal der deutschen Hotellerie.

„Die aktuelle Studie zeigt, dass Online-Buchungsplattformen einen kontinuierlich größer werdenden Anteil von Hotelbuchungen an sich ziehen und trotz des Verbots sogenannter enger und weiter Paritätsklauseln bei HRS und Booking.com insgesamt weiter Marktanteile gewinnen“, erklärt Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes.

Der Anteil der Übernachtungen, die per E-Mail im Hotel reserviert wurden, lag im Vorjahr bei 18,1 Prozent; 2016 sank der Wert auf 16,2 Prozent. Werden die Übernachtungen, die über ein in die Website integriertes Reservierungsformular (ohne sofortige Verfügbarkeitsprüfung) eingehen, hinzugerechnet, ergibt sich für das Jahr 2016 ein Gesamtanteil von 22,0 Prozent der Übernachtungen, die per E-Mail reserviert beziehungsweise gebucht werden. Im Jahr 2013 machte dieser Wert 21 Prozent aus.  Der Anteil der Übernachtungen, die direkt über die hoteleigene Website (in Echtzeit) gebucht wurden, lag letztes Jahr bei 10,8 Prozent und wuchs damit seit 2015 (9,0 Prozent).

Ein detaillierterer Blick in die Daten zeigt allerdings, dass das Wachstum der Echtzeitbuchungen auf den hoteleigenen Webseiten asymmetrisch verteilt ist. Die Individualhotellerie meldet einen Anteil der Übernachtungen, die in Echtzeit über eine Internet Booking Engine (IBE) auf der Hotelwebsite gebucht werden, von 6,4 Prozent. Kettengebundene Hotels hingegen kommen auf einen Übernachtungsanteil von 15,8 Prozent über die eigene Website, so dass sich ein gewichteter Durchschnittswert von 10,8 Prozent ergibt.

Offenbar tragen die intensivierten Bemühungen der Hotelketten und -kooperationen im Online-Direktvertrieb Früchte. Auf der anderen Seite belegen die Werte auch die enorme Abhängigkeit insbesondere der Individualhotellerie von externen Buchungsplattformen. „Mittel- und langfristig ist die Stärkung des Online-Direktvertriebs die beste und nachhaltigste Möglichkeit für die Hotellerie, einen ausgewogenen Distributionsmix zwischen Eigen- und Fremdvertrieb sicherzustellen", betont Luthe. "Dies gilt nicht nur für Hotelketten, sondern insbesondere auch für Einzelhotels.“

Um Individualhotels eine konkrete Hilfestellung zu geben, hat der europäischen Dachverband Hortec eine Checkliste zur Stärkung des Direktvertriebs erarbeitet. Eine deutsche Version der Checkliste steht Interessierten auf der Homepage des IHA unter www.hotellerie.de zur Verfügung. Ergänzend startete Hortec eine europaweite „Direkt Buchen“-Kampagne. Weitere Informationen unter: www.book-direct-shop.eu