DEHOGA Umfrage: Mindestlohn-Bürokratie „schlimmer als erwartet

DEHOGA Umfrage

Mindestlohn-Bürokratie „schlimmer als erwartet"

Gestiegene Kosten und dadurch weniger Service – darüber klagen laut der aktuellen DEHOGA-Umfrage zu Mindestlohn und Arbeitszeitgesetz die Hotels und Gaststätten in Deutschland. Über 6000 Betriebe nahmen an der Umfrage teil – 50,4 Prozent haben demnach ihr Leistungsangebot eingeschränkt.

Keinen Mittagstisch mehr, weniger Catering und Veranstaltungen, eine kleinere Speiseauswahl – für mehr als die Hälfte der teilnehmenden Betriebe waren das alles Folgen der Einführung des Mindestlohns und des Arbeitszeitgesetz. 32,5 Prozent der Hotels und Gaststätten erhöhten die Zahl ihrer Ruhetage, 54,2 Prozent haben sogar ihre Öffnungszeiten eingeschränkt, wie die Funke Mediengruppe berichtet. Dies ginge aus der DEHOGA-Umfrage hervor, die zwischen dem 23. Januar und dem 15. März stattfand.

Fast die Hälfte (48,7 Prozent) der Unternehmer bezeichnete bereits in der vorangegangenen Umfrage die neugeschaffene Mindestlohn-Bürokratie als „schlimmer als erwartet“. Die Kritik an der Dokumentationspflicht geht dabei Hand in Hand mit der Kritik an dem geltenden Arbeitszeitgesetz von 1994. Mit einem Rekordwert von 87,4 Prozent unterstützen die Betriebe den DEHOGA-Vorschlag, von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umzustellen, so wie es die Europäische Arbeitszeitrichtlinie vorsieht. „Die tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden entspricht nicht der Lebenswirklichkeit und stellt die Betriebe bei Veranstaltungen und Nebenbeschäftigten vor schier unlösbare Probleme“, so DEHOGA-Präsident Ernst Fischer.

Alle Erkenntnisse aus der aktuellen Umfrage werden am kommenden Mittwoch in Berlin vorgestellt. Hier wird auch die „Gastro-Uhr“ (Top hotel berichtete) als Startschuss für eine bundesweite Kampagne zum Arbeitszeitgesetz präsentiert.

Quelle: Focus