Hotelmarkt Saarbrücken: 1000 neue Betten bedrohen Privathotellerie

Bildquelle: Landeshauptstadt Saarbrücken/Oliver Elm

Hotelmarkt Saarbrücken

1000 neue Betten bedrohen Privathotellerie

Der Saarland-Tourismus wächst. Knapp über drei Millionen Übernachtungen verzeichnet die amtliche Statistik für das Jahr 2016 und Saarbrücken erlebt im vierten Jahr in Folge steigende Übernachtungszahlen. Drei neue Hotels mit insgesamt fast 500 Zimmern sollen bis 2019 in der Landeshauptstadt entstehen – die DEHOGA Saarland sorgt sich nun allerdings um die Privathotellerie.

„Die Luft für die Privathotellerie in Saarbrücken wird dünn“ erklärt Frank C. Hohrath, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Saarland. „Zwar freuen wir uns, dass der Saarland-Tourismus insgesamt wächst, allerdings haben wir mit Blick auf die zu erwartenden zusätzlichen Kapazitäten Sorge um die nachhaltige Steigerung der Übernachtungszahlen in der Landeshauptstadt.“

Gerade im Segment der zwei und drei Sterne könnten die Kapazitäten nicht unbegrenzt wachsen, ohne dass die Auslastung leidet. Bei gleichbleibender Auslastung, die „schon jetzt mit unter 40 Prozent Bettenauslastung eher bescheiden ist“, müssten laut Hohrath über 100.000 Übernachtungen neu hinzukommen.

Den Löwenanteil unter den Hotelgästen in der Landeshauptstadt stellen die Geschäftsreisenden mit einem Anteil von rund 90 Prozent. „Zur Zeit erleben wir erfreulicherweise eine positive Hotelkonjunktur“, führt Hohrath aus. „Doch es wird auch wieder andere Zeiten geben und dann hat dies bei hohen Kapazitäten empfindliche Auswirkungen auf den Markt. Sinkende Renditen infolge sinkender Raten sind aber weder für die Neuansiedlungen noch für die bestehende Hotellerie erstrebenswert.“

Weiterer Grund zur Beunruhigung der Hoteliers ist die Schließung der Messe: „Deshalb muss endlich ein Messe- und Kongresskonzept her“, betont Gudrun Pink, Präsidentin des DEHOGA Saarland, die den Appell bereits mehrfach bei Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und der saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger vorgebracht hat. Stadt und Land sind die beiden Gesellschafter der Congress-Centrum Saar GmbH (CCS), die für die Vermarktung der Saarland- und Congresshalle zuständig ist. Michael Bumb, Ausschussvorsitzender Hotels im DEHOGA Saarland: „Auch wenn es nur kleine Messen waren, haben sie doch einen festen Platz bei den Hotelreservierungen gehabt und die Messebesucher haben auch die Gastronomie in der Landeshauptstadt genutzt.“ Weitere Probleme seien die fehlenden Industrieansiedlungen und die weitere Ausdünnung der Schienenverkehrsanbindung.

Vor diesen Hintergründen müssten die Saarbrücker Hoteliers die Zeit bis zur Eröffnung der neuen Häuser intensiv nutzen, um die eigene Aufstellung und Positionierung selbstkritisch zu überprüfen und gegebenenfalls zu optimieren, empfiehlt Frank C. Hohrath. Der DEHOGA-Verband stehe den Hoteliers mit einem umfangreichen Angebot von der betriebswirtschaftlichen Beratung bis zu einem Schulungsangebot zur Seite. „Wir brauchen nach wie vor eine starke Privathotellerie, die dem Gast etwas einzigartiges bietet“,  ist sich Hohrath sicher. „Gerade die Privathotellerie bedarf aber auch der Unterstützung bei ihren Investitionsvorhaben.“