Escape Game im Hotel
Gäste auf der Flucht

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Ein abgeschlossener Raum, ein Team, eine Stunde Zeit zu entkommen – was zunächst gruselig klingt, ist ein Spiel, das sich hervorragend als Teambuilding-Maßnahme und Freizeit-Vergnügen eignet. Der Trend »Escape Game« ist mittlerweile in der Hotellerie angekommen, wo man sich von dem neuen Angebot auf unterschiedliche Weise Marketing-Vorteile verspricht.

»Nur noch fünf Minuten und 20 Sekunden. Unbarmherzig läuft die Zeit auf der Digitaluhr rückwärts. Wir haben in den letzten 55 Minuten Schränke und Schubladen geöffnet, Hinweise gesammelt und Zahlenschlösser geknackt, jetzt unter dem Stuhl den letzten Hinweis gefunden, der uns zur Flucht aus dem Zimmer verhelfen soll. Aber wir können ihn nicht entschlüsseln. Irgendetwas haben wir übersehen ...« 

Der Hype um »Live Escape Games« hat in Deutschland seit einigen Jahren deutlich Fahrt aufgenommen. In jeder größeren Stadt gibt es einen oder mehrere Anbieter, die professionelle Fluchtszenarien als Freizeitspaß offerieren. Als erstes deutsches Hotel ist Ende 2015 das Hotel Schönbuch in Pliezhausen, südlich von Stuttgart auf den Zug aufgesprungen. Inhaber Maik Hörz hat gemeinsam mit der Event-Agentur B&S Event OHG zwei Spielräume in Betrieb genommen. Beide Räume sowie der kleine Kontrollraum waren vorher ungenutzt und wurden für rund 40.000 Euro umgestaltet. Tagungsgäste und Firmenkunden unter der Woche, Privatgäste am Wochenende – mit diesem Mix sieht sich der Hotelier gut aufgestellt. Zwar variiere die Auslastung stark, »von fünf Spielen die Woche bis zur Vollauslastung«, dennoch rechnet man im Hotel Schönbuch mit einer Amortisierung der Investitionen bis Ende 2017.

Im vergangenen Jahr startete auch das Best Western Plus Palatin Kongresshotel in Wiesloch, allerdings mit einer mobilen Lösung. Seit August 2016 will das Haus mit dem Event-Konzept sein zielgruppengerechtes Rahmenprogramm erweitern und neue Kundenkreise gewinnen. »Die Idee dazu entstand nach meinem Junggesellenabschied, bei dem ich das Live-Escape-Spiel kennengelernt hatte«, erläutert Thomas Müller, stellvertretender Direktor des Hauses. Kurzerhand baute man in zwei identische, eigentlich als Gruppen- bzw. Umkleideraum genutzte Räume die nötige Technik ein. Die Installation schlug mit lediglich 1.000 Euro zu Buche, da bereits vorhandene Netzwerk-Infrastruktur genutzt werden konnte. Der Vorteil der mobilen Lösung, die nur bei Bedarf aufgebaut wird: »Die Räume werden in ihrer ursprünglichen Funktionalität nicht eingeschränkt«, so Müller. Das sei von Anfang an das Ziel gewesen. 

Deutlich mehr Aufwand betrieb das Krimihotel in Hillesheim in der Eifel. Dort wurde ein ungenutzter Dachstuhl ausgebaut und in diesem ein Fluchtraum namens »Süße Rache« installiert. Inbetriebnahme: Dezember 2016. Kostenpunkt: 50.000 Euro. Trotz der vergleichsweise großen Investition – für die Einrichtung eines einzelnen Raumes müssen Betreiber in der Regel mit 10.000 bis 20.000 Euro rechnen – war der »Zweck nicht vorrangig, schnellen Profit zu machen«, erklärt Direktor Ruud Zillig. Der Raum wurde gebaut, um ein Zusatzangebot für die Gäste des Schwesterhotels Augustiner Kloster zu schaffen, als Programmergänzung bei Tagungen beispielsweise. Und als Marketing-Gag für das Themenhotel in der »Krimihauptstadt der Eifel«: Die Spieler begeben sich hier in die Rolle von Ermittlern, die einen scheinbar perfekten Mord aufklären sollen. 

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