120 Jahre Hotel Vier Jahreszeiten: Ingo C. Peters seit 20 Jahren GM / neues Buch über das HVJ

Bildquelle: Ingo C. Peters

120 Jahre Hotel Vier Jahreszeiten

Ingo C. Peters seit 20 Jahren GM / neues Buch über das HVJ

 120 Jahre ist es her, dass Friedrich Haerlin das Hotel „Zu den Vier Jahreszeiten“ für 420.100 Mark aus einer Zwangsversteigerung erwarb – an seinem 40. Geburtstag. Wie groß das Geschenk, das er sich selbst machte, werden würde, konnte wohl auch der schwäbische Hotelier selbst kaum ahnen. Angefangen mit elf Zimmern, ebnete er den Weg für ein beispielloses Grandhotel mit heute 156 Zimmern – und unzähligen Geschichten. Bericht mit Video-Interview

Diese Geschichten erzählt Autor Jens Meyer-Odewald am 120. Geburtstag des Hotels in seinem neuen Buch „Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Stück Hamburg. Geschichte und Geschichten“ Warum warfen die Rolling Stones im Hotel am Neuen Jungfernstieg mit Pudding, warum hing Mick Jagger am Kronleuchter und warum musste Sophia Lorens Badezimmer in eine Küche umgebaut werden? Warum bestellten Scheichs vier geröstete Lämmer und 40 gebratene Tauben auf ihre Suite, und warum „lieh“ sich die Primaballerina Hotelsilber? Diese und noch viel mehr köstliche Anekdoten aus zwölf Dekaden ziehen sich wie ein roter Faden durch das im Eiland Verlag erscheinende Buch. Das Geheimnis der 14.000 vertraulichen Karteikarten gehört ebenso dazu wie der Beschuss durch Rotgardisten anno 1918 vom Alsterpavillon aus.

http://youtu.be/FSHaW4Ve8NE

Auf 260 Seiten schildert Jens Meyer-Odewald ebenso lebendig wie einfühlsam die Entwicklung eines anfangs noch kleinen Hauses zur Institution im Herzen der Hansestadt. Vergangenheit und Gegenwart werden durch mehr als 200 Fotos gleichfalls besonderer Art dokumentiert. Mancher Schatz aus der Erinnerungskiste ist zum ersten Mal veröffentlicht.

Zwischen den Zeilen und Bildern wird klar: Diese Legende lebt. Hanseatischer Stil, zeitlose Eleganz und eine hochmoderne Ausstattung sind Fundamente eines Hotels, das seinesgleichen sucht.

Die wechselvolle Geschichte unter dem Glanz der vier Jahreszeiten ergibt auch ein Spiegelbild Hamburgs seit 1897. Und da Mitarbeiter (von der Auszubildenden bis zum altgedienten Veteranen) von jeher den Charakter dieses Hotels prägen, kommen sie im Buch ausführlich zu Wort – nicht nur von dienstlicher Seite. Unter dem Strich ergibt sich ein faszinierender Blick hinter die Kulissen einer der vornehmsten Adressen der Hansestadt Hamburg.

Geheimnisse, Anekdoten, Geschichte – ein Vorgeschmack auf 120 Jahre Hotel Vier Jahreszeiten

• Zwangsversteigerung des „Hotel zu den vier Jahreszeiten“ anno 1897.
• Als Rotgardisten das Vier Jahreszeiten im November 1918 von Alsterpavillon aus unter Beschuss nahmen – und wie Direktor Friedrich Haerlin die Revolutionäre mit Bockwürstchen zur Kapitulation brachte.
• Wo Stammgast Prinz Heinrich von Preußen verewigt ist.
• Tankstelle im Hotel.
• Auch Silvester 1938 wurde feudal gefeiert. Die Original Speisekarte.
• Das Geheimnis der 14.000 Karteikarten.
• Als die Rolling Stones mit Pudding warfen – und Mick Jagger am Kronleuchter hing.
• Milchkühe für die Scheichs – und zwei Sondermaschinen nach Saudi-Arabien.
• Die Herzogin von Bedford verlangte nach blauer Iris von der französischen Riviera.
• Die Primaballerina als notorische Silberdiebin.
• Millionenbetrüger Bernie Cornfeld zahlte seine Hotelrechnung vom Gefängnis aus.
• Warum Liz Taylor die Einkehr verweigert wurde.
• Als das Bad in der Suite in eine Küche umgebaut wurde.
• Was steckt hinter dem Bleiglasfenster mit dem Bremer Schlüssel?
• Hummer mit Spiegelei vom Aushilfskellner Seppl – und wie sich Paris über diesen „Homard Bavarois“ den Kopf zerbrach.
• Amerikanische Businessmen speisten Weinbergschnecken mit Gehäuse – und wunderten sich über den Geschmack der Deutschen.
• Wer oben steht auf der Ahnentafel.
• Bud Spencer orderte acht Gänge.
• Als Araber vier Lämmer, 40 gegrillte Täubchen und 30 Brathähnchen auf ihre Suite orderten – und alles mit Händen aßen.
• Die Lehrsätze wahrhaftiger Diskretion.
• Für Vladimir Horowitz wurde ein Flügel aufs Zimmer gehievt.
• Wie Theo Lingen seine Knickerigkeit tarnte.
• Als Erich Kästner und Carl Zuckmayer hinter verschlossenen Hoteltüren den Filmhit „Hauptmann von Köpenick“ ausbaldowertert.
• Royal Suite und Präsidentensuite – mehr geht nicht.
• Das Mirakel der hölzernen Ananas.
• Rüffers Reich der Sterne
• Der singende Oberkellner.
• Betriebskantine als „Café Royal“.
• Master mit Lizenz für Kugelfisch im neuen Nikkei Nine.
• Absacker hinter der italienischen Kirchentür aus dem 16. Jahrhundert.
• Auf einen Tee mit Ulla Hahn und Klaus von Dohnanyi.