Interview mit Peter C. Borer
»Der Terror hat leider funktioniert«

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Keine ganz einfache Zeit erlebt Peter C. Borer, COO der Peninsula Hotels, derzeit mit seinen Projekten in Europa: Die Geschäfte im Pariser Pen wurden durch die Terroranschläge auf Charlie Hebdo und das Bataclan stark beeinträchtigt und der Markt in Istanbul, wo 2019 der nächste Newcomer eröffnen wird, ist derzeit ebenfalls kein leichter. Der Schweizer geht diese Herausforderungen aber gewohnt ruhig und souverän an. Ebenso reagiert er auf die neue Konkurrenz durch Airbnb. Nichtsdestotrotz gibt es Problemfelder, die den Top-Hotelier stark beschäftigen, wie Borer im ausführlichen Top hotel-Interview erklärt.

Tophotel: Herr Borer, Ihre Europa-Tournee haben Sie vor zwei Jahren mit der Eröffnung des Peninsula Paris gestartet, nun sollen London und Istanbul folgen. Wie ist der Stand der Dinge?
Peter C. Borer: Baubeginn in der britischen Hauptstadt ist im kommenden Jahr und wir sind zuversichtlich, bereits 2020 – und damit ein Jahr früher als geplant – an den Start gehen zu können. Erst kürzlich haben wir die ursprüngliche Struktur einer 50:50-Partnerschaft mit Grosvenor Estate zu Gunsten einer Besitzer-Mieter-Regelung neu aufgestellt und das gesamte Projekt in Eigenregie übernommen, sodass es jetzt ein hundertprozentiges Haus der Peninsula Hotels ist. Die neue Gliederung erlaubt es uns, eigenständig zu agieren, wodurch sich viele Prozesse beschleunigen lassen.

Tophotel: Und in der Türkei?
Borer: Unser Hotel in Istanbul eröffnet 2019, hier laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Das Haus wird aus insgesamt vier Immobilien bestehen und sich auf einer Länge von fast einem Kilometer am Salıpazarı Cruise Port erstrecken. Dies birgt natürlich ganz neue Herausforderungen in puncto Operations – unsere Mitarbeiter werden wohl mit Golfcarts von A nach B fahren müssen, damit der Kaffee beim Gast noch warm ankommt (schmunzelt).

Tophotel: Bekommt Europa neben Paris, London und Istanbul noch weitere Peninsula Hotels?
Borer: Im Moment nicht, ansonsten könnten wir den drei Häusern nicht genügend Aufmerksamkeit widmen. Nach wie vor gilt aber, dass uns Länder wie Indien, Brasilien und Mexiko interessieren.

Tophotel: Ihr Peninsula in Paris ist vor zwei Jahren fulminant gestartet, doch dann kamen die Terroranschläge. Wie performt das Hotel heute?
Borer:
Die Terroranschläge waren natürlich etwas Grässliches; das ganze Geschäftsleben in der französischen Hauptstadt ist nachhaltig negativ beeinträchtigt worden. Man muss ganz klar sagen: Der Terror hat leider funktioniert. Auch heute sind die Auswirkungen auf die Pariser Hotellerie noch zu spüren. Aber wir sind ein junges Hotel und setzen alles daran, neue Gäste für uns zu gewinnen.

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