Interview mit Ingo C. Peters
»Das Image der Hotellerie ist zu schlecht«

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Top hotel-Autor Carsten Hennig im Gespräch mit Gründungsmitglied Ingo C. Peters, General Manager & Regional Vice President Fairmont Vier Jahreszeiten Hamburg.

Tophotel: Was ist das Anliegen von Fair Job Hotels?
Ingo C. Peters: Das Image der Hotellerie zu fördern und einem Negativ-Image entgegenzuwirken, denn es gibt noch viele schwarze Schafe in der Branche. Dem wollen uns entgegenstellen und offensiv dafür werben, dass es sehr attraktiv ist, in der Hotellerie zu fairen Konditionen zu arbeiten.

Tophotel: Was sind die besonderen Herausforderungen, mit denen Sie heute als Arbeitgeber umgehen müssen?
Peters: Wir dürfen nie still stehen und müssen immer wissen, was die Generation X, Y oder Z aktuell möchte, um die Hotelbranche möglichst attraktiv für sie zu machen. Worauf die jungen Leute Wert legen, hat sich dramatisch verändert: Früher ging es darum, Karriere zu machen – egal, wie viele Stunden Arbeit dies bedeutete. Heute steht die Freizeit im Vordergrund.

Tophotel: Lassen sich feste Arbeitszeiten und regelmäßiger Freizeitausgleich in der Branche überhaupt umsetzen?
Peters: Eigentlich ist das gar nicht so schwer. Wenn man gut und vorausschauend plant, kann man Sonderwünsche ermöglichen, um für die Mitarbeiter einen angenehmen Ausgleich zur Arbeit zu schaffen.

Tophotel: Was muss man darüber hinaus tun, um die besten Talente im Haus zu halten?
Peters: Wichtig ist zunächst, dass sich die Mitarbeiter im Hotel wohlfühlen. Darüber hinaus muss man intensiven Kontakt zu ihnen haben und miteinander sprechen: Wo geht die Reise hin? Was sind die Ziele? Wie kann ich den Mitarbeiter fördern, damit er diese erreicht? Und wenn man merkt, dass die Wünsche nicht im eigenen Hotel zu realisieren sind, muss man dem Mitarbeiter helfen, sie außerhalb des Hotels zu verwirklichen. Ich habe schon viele junge Leute ins Ausland geschickt, wenn wir gerade keine Vakanzen hatten. Und oft kehren diese dann mit viel Erfahrung zu uns zurück.

Tophotel: Auf der anderen Seite ist es aber auch notwendig, dass sich Hoteliers zusammentun und eine Initiative gründen, um Werbung für die Branche zu machen. War das nicht schon vor fünf Jahren nötig?
Peters: Das wäre schon vor 20 Jahren notwendig gewesen! Das Image der Branche ist einfach viel zu schlecht in Deutschland – zu Unrecht, wenn man sich überlegt, was für Chancen die Hotellerie bietet.

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