Das Gekko-Prinzip
»Jetzt ist unser Moment«

01_gekkogroup-rosenurseanu-04.jpg

Seit mehr als 15 Jahren stellen Micky Rosen und Alex Urseanu die Frankfurter Bar-, Gastronomie- und Hotelszene auf den Kopf. Die Köpfe hinter Roomers & Co. rauchen permanent, entwickeln Ideen und bringen neue Projekte zum Laufen – jetzt auch im Rest Deutschlands. Im Gespräch mit Top hotel äußern sie sich über ihr Bauchgefühl, Expansionspläne und jene Leichtigkeit, die den Erfolg ausmacht.

Wir haben denselben Background,  haben von Null angefangen, uns hochgekämpft und hochgearbeitet«, beschreibt Alex Urseanu die vielleicht wichtigste Gemeinsamkeit mit Micky Rosen. Beide sind in Frankfurt aufgewachsen, kannten sich bereits aus der Jugend. Aber erst nach der Ausbildung kreuzten sich ihre Wege wieder.

Das erste gemeinsame Hotelprojekt war 2003 das Bristol Frankfurt; ein ehemaliges Mercure in Bahnhofsnähe – »eine dunkle Gegend«, so Rosen, »jeder hat gesagt, die Jungs sind geisteskrank – was machen die da?« Das erste Lifestyle-Hotel in der Bankenmetropole war ihre Antwort an die Zweifler. Die Skepsis der Beobachter zieht sich wie ein roter Faden durch die weitere Entwicklung der Gekko Group: »Jedes unserer Projekte wurde belächelt, jeder glaubte genau zu wissen, warum wir damit keinen Erfolg haben werden«, ergänzt Urseanu. Dass sie alle Pessimisten zum Schweigen bringen konnten, haben Rosen und Urseanu unter anderem ihrem wichtigsten Ratgeber zu verdanken: dem Bauch. Die Entscheidung für das Bristol etwa fiel innerhalb weniger Minuten, nach einem kurzen Blickkontakt. »Der einzige, den wir noch fragen, ist unser Bauch«, sagt Micky Rosen.

Und der hat Recht: Rund ein Dutzend Bars, Restaurants, Hotels und Eventlocations, dazu fast 300 möblierte Apartments haben in den vergangenen Jahren den Frankfurter Markt bereichert, darunter die Stilikone Roomers mit der »Hotelbar des Jahres 2016« oder die geschichtsträchtige Gerbermühle am Mainufer. Und warum funktionieren alle diese Projekte, so unterschiedlich sie auch sind? »Alles mit Liebe, Leichtigkeit und Leidenschaft angehen«, ist Rosens Antwort. Urseanu ergänzt: »Authentizität und Mut.« Sowie sein Leitbild: »Wir möchten ganz einfach Menschen glücklich machen und sind wahnsinnig gerne Gastgeber.«

Unterschiede und Einigkeit


Micky Rosen ist derjenige mit dem Blick für Fashion, Lifestyle und Design – Urseanu würde kein Möbelstück ohne ihn aussuchen. »Micky ist 30 Sekunden in einem Laden und sagt: ganz hinten links, dritter Bügel, die Jacke ist was für dich. Für mich ist nichts dabei.« Urseanu selbst dagegen sei ein Zahlenmensch und derjenige, der Menschen mit seiner Begeisterung fesselt. »Alex ist der Menschenfänger von uns. Egal ob mit Gästen oder im Geschäftstermin, er verbreitet in kürzester Zeit diese Atmosphäre, in der sich alle wohlfühlen und öffnen.  Spätestens nach zehn Minuten sind alle per Du und nach 20 Minuten hat jeder einen Vodka in der Hand. Er schafft es mit einer Leichtigkeit, dass es am Ende mehr um das Leben geht als um das eigentliche Geschäft.« Dennoch sind sie sich bei Projekten einig. Immer. Und in jedem Projekt steckt das Herz beider Unternehmer – die gemeinsame Überzeugung führt zum Erfolg.