Interview mit Alexander Aisenbrey
»Der Restaurantfachmann ist tot«

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Das Duale Studium ist in vielen Branchen bereits Standard. Die Hotellerie tut sich noch schwer damit. Warum eigentlich? Fragen an Alexander Aisenbrey, Geschäftsführender Direktor im Öschberghof in Donaueschingen

Tophotel: Herr Aisenbrey, die Branche jammert über Nachwuchsmangel. Ist das Problem hausgemacht?
Alexander Aisenbrey: Teils, teils. Wir können den demographischen Wandel und die Tatsache, dass es inzwischen mehr Studenten als Auszubildende gibt, nicht beeinflussen. Das, was wir ändern können, ist die Hilflosigkeit, mit der wir seit Jahren dilettantisch diesem Strudel nach unten folgen. Wir reden immer davon, unser Image zu verbessern, attraktiver zu werden, aber Aktionen, die Wirkung zeigen, gibt es keine. Sicher funktioniert die ein oder andere Maßnahme, aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Unsere Verbände, Branchenvertreter und wir selber versagen bei dieser Herausforderung.

Tophotel: Welche Rolle spielt das Thema Aus- und Weiterbildung bei dieser Misere?
Aisenbrey: Wenn wir keinen Nachwuchs ausbilden, haben wir auch keine Basis, um unsere Positionen dauerhaft zu besetzen. Wir sind nicht in der Lage, den jungen Menschen unsere tolle und abwechslungsreiche Branche näherzubringen. Stattdessen belegen wir die letzten Plätze in den Rankings bei der Attraktivität und der Berufswahl und die ersten Plätze bei den Ausbildungsabbrechern.

Tophotel: Duale Studiengänge sind in vielen anderen Branchen bereits gang und gäbe. Warum tut sich die Hotellerie damit so schwer?
Aisenbrey: Weil wir immer die Letzten sind, die auf einen Zug aufspringen. Unsere Branche ist einfach zu träge.

Tophotel:  Welche Vorteile bietet das IST mit ihrem Dualen Bachelor-Studiengang?
Aisenbrey: Wir können junge Menschen damit überzeugen, in die Branche zu kommen. Der Restaurantfachmann ist tot. Schade, dass wir nicht kapieren, dass das Duale Studium als Ersatz für die Lehre eine wirkliche Alternative ist. Wir bieten diese Form für die Zukunft an und haben spontan so viele Anfragen, dass wir unter den Bewerbern auswählen können.

Das komplette Interview mit Alexander Aisenbrey lesen Sie in der aktuellen September-Ausgabe von Top hotel.

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