Hotelmarkt Frankfurt
Die Bettenflut und ihre Folgen

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Tourismus Congress GmbH Frankfurt am Main, Holger Ullmann / Eduard M. Singer

Da zu den bereits bestehenden 45.000 Betten in der Mainmetropole bis 2018 weitere rund 11.000 hinzukommen sollen, fürchten Brancheninsider langfristig eine sinkende Belegung und schwächere Raten. Dies bestätigt auch Eduard M. Singer, GM des Grandhotels Hessischer Hof, in einem Zeitungsinterview.

Bisher stimme das Verhältnis von Angebot und Nachfrage noch, so Singer, Vorsitzender des DEHOGA Hessen. Im vergangenen Jahr konnten sich die Frankfurter Hotels über eine Auslastung von knapp 70 Prozent freuen, ein Plus von 2,2 Prozent im Vergleich zu 2014. Allerdings werde die Zahl der Gäste nicht so schnell wachsen, bezweifelte der Hotelmanager die Entwicklung im Interview mit der Frankfurter Neuen Presse. 2015 hätten 5,1 Millionen Gäste für 8,6 Millionen Übernachtungen gesorgt; schon 2017 müsste man auf zehn Millionen Nächtigungen kommen, um die Auslastung beibehalten zu können.

Aus diesem Grund forderte er eine Stärkung des Tourismus am Main, etwa durch die Förderung der städtischen Tourismus GmbH. Denn immerhin spült der Tourismus jährlich etwa 120 Millionen Euro an Steuern in die Stadtkasse. Aufgrund der sinkenden Anzahl an Messetagen müsse man allerdings den Leisure-Sektor besser unterstützen, das erreiche man etwa durch die bessere finanzielle Ausstattung der städtischen Werbegesellschaft TCF. Gleichzeitig stellte er die Planungen für die im Koalitionsvertrag vorgesehene Tourismusabgabe in Zweifel. Diese bringe der Stadt zwar 2,4 Milliarden Euro, allerdings betrage der errechnete Aufwand durch Organisation und Administration rund vier Milliarden Euro.

Auf die Kategorie der neu entstehenden Zimmer angesprochen meinte Singer, dass man diese günstigen Zwei- und Drei-Sterne-Häuser nicht brauche. Er sieht Frankfurt als einen Markt, auf dem neben Investoren auch Betreiber noch wirtschaftlich agieren könnten. Allerdings nur, wenn Raten und Auslastung entsprechend hoch seien. Er wolle nicht an jeder Ecke ein Hostel wie in Berlin.

Quelle: Frankfurter Neue Presse

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