HSMA MICE Café
"Diese Stunde, in der sich alles neu sortiert"

HSMA_MICE_Cafe2016.jpg
www.beach38.de / HSMA

Am 28. Juli fand im Münchner Beach 38° das HSMA MICE Café 2016 statt. Experten informierten über Möglichkeiten der Digitalisierung im MICE-Verkauf, wovon rund 60 Teilnehmer aus Privat- und Kettenhotellerie profitierten.

„Instant Booking“ ist aus dem Leisure-Segment schon lange nicht mehr wegzudenken. Doch im MICE-Verkauf scheinen bei zahlreichen Hoteliers noch Vorurteile gegenüber der zügigen Umsetzung zu herrschen. Experten aus Hotelberatung sowie von Anbieterseite (Expedia und meetago) haben dem auf der Veranstaltung in München entgegengewirkt.

HSMA-Präsident Haakon Herbst (li. o.) warf einen Blick zurück in die vergangenen Jahre der Hotelzimmer- und MICE-Buchung. Er erinnerte etwa an die Skepsis gegenüber den OTAs zu Beginn der Entwicklung: „All diese Thematiken haben wir heute eins zu eins im MICE.“ Und „in dieser Stunde, in der sich alles neu sortiert“, sollten Hoteliers von Anfang an versuchen, ihr gesamtes Geschäft unter den neuen Voraussetzungen gut zu ordnen und sich vielseitig zu informieren. Im Moment gebe es „noch nicht DIE Lösung“, aber wer sich jetzt nicht engagiere und das Ruder aus der Hand gebe, riskiere dramatische Veränderungen auf dem Markt.

Dies bestätigte auch Bianca Spalteholz (re. o.), die seit 20 Jahren mit Spalteholz Hotelkompetenz beratend in der Branche tätig ist. Generell müssten Hoteliers und Sales-Manager ihre Tagungsräume selbstbewusster verkaufen. Grundlagen des Pricings – wie bei Gästezimmern angewandt – sollten auch im MICE-Verkauf zum Tragen kommen. „Arbeitet mehr zusammen“, war außerdem ihr Tipp an die anwesenden Sales- und Revenue-Manager; denn nur gemeinsam könnten die besten Ergebnisse für ein Hotel erzielt werden.

Die Anbieter im Gespräch


Manuela Bornemann (li. u.) von meetago erläuterte aus Anbietersicht die derzeitige Lage sowie die vielfältigen Möglichkeiten: Die Einsicht in tägliche Verfügbarkeiten, Live-Preise und umfangreiche Automatisierung der Abläufe zwischen Kunde und Hotel. Felix Undeutsch (re. u.), Head of MICE & Groups bei Expedia und federführend beim neuen Produkt „Meeting Market“, belegte die Bedeutung der Automatisierung anhand eindrucksvoller Zahlen: Etwa 80 Millionen bzw. rund 33 Prozent aller Hotelübernachtungen in Deutschland basieren auf dem MICE-Segment, wodurch ein gesamtes Buchungsvolumen von etwa 28 Milliarden Euro generiert wird. Und fast 75 Prozent aller Veranstaltungen finden im Bereich von weniger als 30 Personen statt, sind also für Tagungshotels absoluter Standard.

„Dort, wo Prozesse Standard sind, können sie automatisiert werden“, so Undeutsch weiter. Bei durchschnittlichen Warenkörben von 1.500 bis 2.500 Euro sei die Marge nicht so groß, dass man einen immensen Aufwand betreiben könne, um die Buchungen zu generieren, lautet sein klares Argument.

Die abschließenden Fragen und Gespräche zwischen Teilnehmern und Experten zeigten das deutliche Interesse am digitalen MICE-Verkauf. Einige Sales-Mitarbeiter erhielten Tipps zum Umgang mit den Plattformen und Programmen, andere informierten sich über grundsätzliche Angebote und Chancen. Und auch die Technikanbieter nahmen Anregungen und Kritik interessiert auf, um das noch junge Produkt baldmöglichst perfektionieren zu können.