Gastkommentar
Mensch oder Maschine – welchen Mitarbeiter hätten Sie gern?

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Elke Schade

Elke Schade verfügt über langjährige Erfahrung in leitenden Positionen der deutschen und internationalen Konzern- und Privathotellerie. Die Hotelbetriebswirtin und Wirtschaftsmediatorin engagiert sich vor allem für die Nachwuchs- bzw. Zukunftsarbeit in der Branche sowie für wertschätzendes Personalmanagement. Ihr Ansatz ist humanistisch und ganzheitlich; Basis sind die Analyse der Lebensmotive nach Prof. Steven Reiss sowie die MotivationsPotenzialAnalyse. Elke Schade leitet unter dem Motto »Hotelkompetenz auf den Punkt gebracht« ihre eigene Beratungsgesellschaft und ist Vorsitzende des Fachbeirats der Deutschen Hotelakademie. www.elke-schade.de

Über zwei Themen wird in unserer Branche gerade immer wieder berichtet: den Fachkräftemangel und den Einsatz von humanoiden Robotern. Letztere sind schon im Einsatz, zum Beispiel Mario im Marriott Hotel Gent. Dort begrüßt er an sieben Tagen die Woche 24 Stunden lang die Gäste in 19 Sprachen. Sehr praktisch – oder? Kein Meckern und kein Mucken, keine Bedürfnisse wie Freizeit, Gehalt oder Weiterbildung. Und wenn etwas nicht klappt, schaut man in die Betriebsanleitung und weiter geht’s.

Ist das die Lösung für den Mitarbeitermangel? Vielleicht können so Betriebsabläufe vereinfacht und Routinearbeiten erleichtert werden? Da es bis zur »Übernahme« noch etwas dauert, können wir in der Zwischenzeit natürlich noch etwas die Köpfe in den Sand stecken. Oder aber wir beschäftigen uns aktiv damit, Lösungen für den Fachkräftemangel zu finden.

Zugegeben – bei den Menschen ist das mit der Betriebsanleitung schon schwieriger als bei Mario, denn hier sind Empathie und Mitarbeiterführung gefragt – und die hat nicht jeder in die Wiege gelegt bekommen. Man kann es aber lernen und zum Beispiel bei der Deutschen Hotelakademie (DHA) seinen »Fit for Leadership-Führungsführerschein« machen.

Seit 2008 sind die Ausbildungszahlen in der Hotellerie rückläufig. 2015 konnten 61 Prozent der von der DIHK befragten Unternehmen im Gastgewerbe ihre Lehrstellen nicht besetzen. Und von jenen Azubis, die eine Ausbildung in unserer Branche beginnen, brechen etwa 40 Prozent vorzeitig ab oder bestehen die Abschlussprüfungen nicht. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Es ist zunehmend schwierig, Mitarbeiter zu bekommen und langfristig zu binden. Der Leidensdruck wächst und es wird höchste Zeit, an den Ursachen zu arbeiten:

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