Businesslunch: Heute kürzer, teurer und alkoholfrei

Bildquelle: obs / Bookatable

Businesslunch

Heute kürzer, teurer und alkoholfrei

Um mit Geschäftspartnern zu verhandeln oder Beziehungen zu Kunden und Dienstleistern zu pflegen, eignet sich das Businesslunch nach wie vor gut. Allerdings hat sich das geschäftliche Mittagessen innerhalb der vergangenen 40 Jahre deutlich gewandelt. In welcher Hinsicht und warum zeigt nun eine aktuelle Umfrage.

Wie das Online-Reservierungssystem Bookatable herausgefunden hat, beklagt rund die Hälfte der Befragten (48 %), dass heute nicht mehr so viel Zeit für ein Kunden-Treffen im Restaurant bleibt. Man beachte, dass früher 44 Prozent der Befragten sogar ein Spesenkonto für Geschäftsessen und Networking besaßen. 

In den 1970er-Jahren war es laut Umfrage üblich, mehr als zwei oder sogar drei Stunden Zeit in das geschäftliche Mittagessen zu investieren – heute ist nur noch ein knappes Drittel länger als zwei Stunden unterwegs, während sich die meisten Termine auf ein bis maximal zwei Stunden beschränken.

Ausgaben gestiegen


62 Prozent geben an, dass sie heute durchschnittlich 40 Euro oder mehr pro Kopf bei einem Business-Lunch ausgeben. In den 1970er- und 80er-Jahren waren es gerade mal gut 38 Prozent, die eine vergleichbare Preiskategorie erreichten. Ob die Geschäftsleute spendabler geworden sind oder die unvermeidliche Inflationsrate in der Gastronomie den Ausschlag gibt, bleibt ungewiss. 

Auch beim Alkohol haben sich die Gepflogenheiten stark geändert. Ist es heute geradezu verpönt, beim Geschäftsessen zu tief ins Glas zu schauen, waren in den 1990er-Jahren für gut ein Viertel der Befragten drei oder auch mehr Gläser Alkohol während eines Mittagessens kein Problem. 39 Prozent der Befragten sagen, dass sie heute wesentlich weniger Alkohol bei mittäglichen Geschäftsessen trinken, als sie es früher getan haben. 60 Prozent trinken sogar entweder generell oder zumindest bei einem Business-Lunch gar keinen Alkohol mehr. Lediglich acht Prozent gönnen sich auch heute noch mehr als drei Gläser Alkohol.

Lieber Casino-Abend statt Business-Lunch?


Bei einem Viertel der Befragten (24 Prozent) findet das Geschäftstreffen mittlerweile nicht mehr persönlich statt, sondern wurde durch Video- oder Telefonkonferenzen ersetzt. Ein weiteres Viertel (25 Prozent) sieht das Business-Dinner als Mittel der Wahl, während sich 20 Prozent alternativ auf einen schnellen Kaffee treffen.

Da ohnehin kaum mehr Zeit für ein außerplanmäßiges Mittagessen zur Verfügung steht, treffen sich 30 Prozent der Befragten mit ihren Kunden oder Partnern eher auf Konferenzen oder Messen. Die Erwartungshaltung scheint sich jedoch auch hier teilweise geändert zu haben: Fast ein Fünftel der Berufstätigen findet, dass Kunden heute mehr erwarten als nur ein einfaches Mittagessen. Eine Einladung ins Casino oder zum Fußballspiel erregt da schon mehr Aufsehen und macht Eindruck beim Kunden. 

Generell haben Geschäftsleute heute wenige Zeit regelmäßig und ausgiebig einen Business-Lunch wahrzunehmen. Das ist schade, denn 45 Prozent fühlen sich als etwas Besonderes, wenn sie zum Business-Lunch eingeladen werden. Weitere 59 Prozent sind ebenso davon überzeugt, dass sie durch geschäftliche Mittagessen bessere Beziehungen zu ihren Kunden und Lieferanten aufbauen, als bei einem sterilen Treffen im Büro. Über die Hälfte (51 Prozent) ist sich sicher, dass sie durch eine Einladung zum geschäftlichen Mittagessen bessere Chancen haben, Kunden zu halten.