FCSI
Ran an die Fördertöpfe

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Die Beratungsförderung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und damit auch für die Hotellerie wurde zu Jahresbeginn durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie neu strukturiert. Die »Förderung unternehmerischen Know-hows« – so der Name des neuen Programms – ist für viele Hoteliers interessant.

Ein Hotel zu führen, bringt vielfältige Aufgaben mit sich – von der Organisation, über die Produktentwicklung und Qualitätssicherung bis hin zu klassischem und Social Media-Marketing. Hinzu kommt die Herausforderung, die richtigen Mitarbeiter zu finden und zu binden. Und nicht nur das: Die Vortragsräume auf der diesjährigen ITB waren voll, als es um die Themen Big Data und den digitalen Wandel ging. Alle Experten waren sich einig: Die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten – sie erfasst alle Branchen. Die Grenzen zwischen Handel und Gastronomie, zwischen On- und Offline verschwimmen. Da fragt sich so mancher Hotelier: Sind wir für die Zukunft richtig aufgestellt? Selbst wer bislang gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt, sollte sich nicht darauf ausruhen. Stattdessen gilt es, sich mit den aktuellen Herausforderungen und ihre Konsequenzen für den eigenen Betrieb zu beschäftigen.

Ganz gleich, ob es um große oder kleine Veränderungen geht: Es ist gut, wenn man sich mit einem sachkundigen und neutralen Experten austauschen kann. Mit einem Berater oder Planer an der Seite steigt zudem die Überzeugungskraft und das Durchsetzungsvermögen – insbesondere gegenüber den Banken.

Auch der Staat, in diesem Fall das Bundeswirtschaftsministerium, hat dies erkannt. Um mittelständische Unternehmen (KMU) – nicht nur in der Hotellerie – fit für die Zukunft zu machen, wurde die Bezuschussung von Unternehmensberatungen mit Jahresbeginn neu geregelt und gebündelt.
Die bisher bekannten Beratungsprogramme Gründercoaching Deutschland, Turn-Around-Beratung und »Runder Tisch« wurden zum 1. Januar 2016 neu strukturiert. Sie sind nicht mehr bei der KfW, sondern bei der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) angesiedelt und wurden zu einem einheitlichen Beratungsförderungsprogramm zusammengefasst. Unterschiedliche »Leitstellen für die Gewerbeförderungsmittel des Bundes« kümmern sich um die Abwicklung der Förderanträge, die online und immer vor Beratungsbeginn gestellt werden müssen. Die Interhoga – Gesellschaft zur Förderung des deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes mbH mit Sitz in Berlin – fungiert als Leitstelle für die Hotellerie.

Die neuen Richtlinien mögen auf den ersten Blick verwirrend wirken, doch sie sind klar strukturiert und in drei Schwerpunkte unterteilt:

Neu gegründetes
Unternehmen
Bestehendes
Unternehmen
Unternehmen in
wirtschaft­lichen Schwierigkeiten
Bis zwei Jahre nach Gründung Mindestens zwei Jahre tätig  
(Bisher: Gründercoaching Deutschland) (Bisher: Beratungsförderung
für
kleine und mittelständische Unternehmen)
(Bisher:
Turn-Around-Beratung
und
Runder Tisch)
Maximale Bemessungs­grundlage
4.000 Euro
Maximale Bemessungs­grundlage
3.000 Euro
Maximale Bemessungsgrundlage 
3.000 Euro


Interessanterweise erfolgte keine Anpassung des bisher unterschiedlichen Förderniveaus in Ost und West. Die Fördersätze – basierend auf der entsprechenden Bemessungsgrundlage – gestalten sich somit wie folgt: 80 Prozent in den neuen Bundesländern (ohne Berlin und die Region Leipzig), 60 Prozent für die Region Lüneburg, für alle anderen Bundesländer 50 Prozent.

Eine Sonderstellung nehmen Unternehmen ein, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Unabhängig vom Unternehmensalter und Standort erhalten diese einen Zuschuss von 90 Prozent. Sie können eine Förderung für eine Unternehmenssicherungsberatung zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit beantragen. Voraussetzung ist ein vorheriger Kontakt mit dem zuständigen Regionalpartner, der sich auf der Internet-Seite der Interhoga finden lässt. Zusätzlich werden Unternehmen in Schwierigkeiten durch eine Folgeberatung zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung gefördert.
Bestandsunternehmen dürfen für eine Beratung nicht mehr als fünf Tage in Anspruch nehmen. Sie haben allerdings die Möglichkeit, unterschiedliche Beratungsschwerpunkte getrennt zu beauftragen. In der Praxis kann dies bedeuten, dass es zunächst um eine unternehmerische Entscheidung geht, zum Beispiel um eine Expansion, einen Erweiterungsbau oder den Aufbau eines eigenen Caterings. Wurde mit sorgfältigem Abwägen von Pro und Contra die Entscheidung auf den Weg gebracht, kann nun eine gesonderte Beratung beauftragt werden, die sich mit der Betriebsorganisation befasst. Nicht gefördert werden u.a. Beratungen zu Rechts- und Versicherungsfragen sowie Planungsleistungen.

Die jeweilige Fördermaßnahme muss als Einzelberatung durchgeführt und vom Berater nach Tagen und Stunden nachgewiesen werden. Dies gilt auch für die Dokumentation in einem schriftlichen Beratungsbericht. Vor allem aber setzt die Behörde auf Qualität: nur wer den strengen Anforderungen der BAFA genügt und ein eigenes Qualitätssicherungssystem nachweisen kann, kann sich dort als Berater akkreditieren lassen. Dazu zählen diverse FCSI-Mitglieder wie Martina Carduck, Hildegard Dorn-Petersen, Maria-Luise Gerber, Björn Grimm, Kornelius Kirsch, Ulf Hägermann, Martin Rahmann und Iris Schmid (Kontaktdaten: www.fcsi.de). 

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