Sicherheit im Sommerurlaub: Terrorgefahr wirkt sich auf Reisegewohnheit aus

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Sicherheit im Sommerurlaub

Terrorgefahr wirkt sich auf Reisegewohnheit aus

Anschläge an Stränden in Italien, Spanien und Südfrankreich: Vor einer möglichen Terrorgefahr warnten italienische Geheimdienste wie verschiedene Medien am vergangenen Dienstag berichteten. Die Angst vor dem Terror spiegelt sich auch in einer repräsentativen Umfrage von Travelzoo wider, wonach bei den Deutschen der Faktor Sicherheit ins Zentrum rückt. Das wirkt sich auch auf die Reisegewohnheiten der Bundesbürger aus, die einen Urlaub im eigenen Land bevorzugen.

Die neue Studie von Anfang April 2016 belegt, dass die Mehrheit der Deutschen (63 Prozent) den Sommerurlaub bisher noch nicht gebucht hat. Jeder Zehnte sagt explizit, dass er Angst vor weiteren Anschlägen hat und deswegen zurückhaltend ist. Dennoch möchten in diesem Jahr alle Befragten verreisen. Bei der Auswahl des geeigneten Urlaubsziels stehen diese Kriterien im Fokus: Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (38 Prozent) ist das stärkste Argument – auf dem zweiten Platz folgt der Sicherheitsaspekt (35 Prozent). Knapp ein Viertel der Deutschen (24 Prozent) legt zudem Wert darauf, dass sich das Reiseziel fernab der jüngsten Konflikte befindet.

„Generell ist es schön zu sehen, dass die Deutschen in diesem Jahr nicht weniger verreisen werden. Ein kompletter Verzicht – aus verschiedensten Gründen – kommt für wirklich niemanden in Frage. Doch man ist sich möglicher Gefahren bewusst. Es geht verstärkt darum, in als sicher geltende Regionen und Ländern zu reisen“, sagt Christian Smart, Geschäftsführer Travelzoo Deutschland.

Entsprechend planen vier von zehn Deutschen zumindest ihren Sommerurlaub 2016 im eigenen Land. Ein sehr starker Wert. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr machten etwa 30 Prozent der Deutschen Urlaub im eigenen Land. Spanien (17 Prozent) und Italien (12 Prozent) folgen auf den Plätzen zwei und drei. Die Türkei kommt aktuell auf 4 Prozent und liegt damit gleichauf mit Griechenland, Kroatien oder Portugal.

Auswirkungen auf Metropolen und die Türkei


„Hinsichtlich der Sommerurlaubs-Pläne der Deutschen für die Türkei darf man nicht außer Acht lassen, dass 18 Prozent der Befragten angeben, sie hätten vor den Anschlägen und Unruhen in Erwägung gezogen, dorthin zu verreisen. Wegen der terroristischen Bedrohung wurden diese Pläne allerdings verworfen. Wenn sich vor Ort die Situation wieder beruhigt, kann ein attraktives Last-Minute-Angebot den einen oder anderen womöglich aber dennoch zu einem Türkei-Urlaub bewegen“, so Smart. Auch an den beliebten Städten geht die aktuelle Gefahrenlage nicht spurlos vorüber. Unter Eindruck der Brüsseler Terrorangriffe möchten drei von zehn Bundesbürgern in der nächsten Zeit gefährdete europäische Metropolen meiden.

Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent), die noch nicht gebucht haben, greifen beim Sommerurlaub spontan zu. Ein Viertel möchte bezüglich des ersehnten Sommerurlaubs hingegen bald vollendete Tatsachen schaffen und strebt den April oder Mai als Buchungszeitraum an. Für ein Drittel der noch mit der Buchung zögernden Urlauber kann ein attraktives Angebot ausschlaggebend sein. (Quelle: Travelzoo)