IHA-Branchenreport
Deutsche Hotellerie weiter auf Wachstumskurs

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Fotolia / IHA "Hotelmarkt Deutschland 2016"

Zum sechsten Mal in Folge konnte das Beherbergungsgewerbe seine Übernachtungszahlen steigern und erreichte mit einem Plus von 3,4 Prozent und 272,0 Millionen Übernachtungen im Jahr 2015 einen neuen Rekordwert. Dies teilte der Hotelverband Deutschland (IHA) auf seiner Jahrespressekonferenz Anfang April in Berlin mit. Zwar wird für 2016 eine weiterhin positive Entwicklung erwartet, doch gibt es auch Segmente, die den Hoteliers Sorgen bereiten.

Der Aufwärtstrend im deutschen Beherbergungsgewerbe hält an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der Übernachtungen inländischer Gäste 2015 um 2,6 Prozent auf 207,1 Millionen. Mit 23,9 Prozent (Vorjahr: 23,3 Prozent) wird mittlerweile fast jede vierte Übernachtung von ausländischen Gästen getätigt. Mit insgesamt 64,9 Millionen Übernachtungen und einer Steigerung von 5,8 Prozent trugen die Übernachtungen internationaler Besucher erheblich zum positiven Gesamtergebnis bei.

Als Ergebnis der steigenden Nachfrage haben sich 2015 alle Kennzahlen des Hotelmarktes positiv entwickelt. Die durchschnittliche Zimmerauslastung betrug 70,4 Prozent (+ 1,7 %). Die Netto-Zimmerpreise erhöhten sich um 2,7 Prozent auf 90 Euro. Der RevPAR der deutschen Hotels erreichte 63 Euro (Vorjahr: 61 Euro). Dies entspricht einem Anstieg von 4,4 Prozent.

Wachstumskräfte stärken, Wachstumshemmnisse abbauen


Der Hotelverband warnte davor, die positiven Umsatz- und Beschäftigungsentwicklungen durch neue Auflagen und Belastungen abzuwürgen. Der Vorsitzende des Hotelverbandes Fritz G. Dreesen sagte dazu: „Politik darf gutes Wirtschaften nicht bestrafen.“ So seien kommunale Bettensteuern „absolut kontraproduktiv, unverhältnismäßig, ungerecht und letztlich auch verfassungswidrig.“ Nicht nur die umfassenden Mitwirkungspflichten belasteten die Hoteliers in unzumutbarer Weise, sie seien auch mit datenschutzrechtlichen Standards schwer vereinbar.

„Erfolgreiches Unternehmertum braucht Freiräume“, machte der IHA-Vorsitzende ergänzend deutlich. „Das antiquierte Arbeitszeitgesetz entspricht nicht mehr der Lebenswirklichkeit und ist ein Bremsklotz für erfolgreiches Wirtschaften in unserer Branche, deren Sinn und Ziel die Erfüllung der Gästewünsche ist.“ Der Hotelverband fordert die Umstellung der täglichen Höchstarbeitszeit auf eine maximale wöchentliche Arbeitszeit.

Als eines der „wichtigsten Zukunftsthemen der Branche“ bezeichnete Dreesen die Sicherung des steigenden Arbeits- und Fachkräftebedarfs. Mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingswelle sieht die Hotellerie Chancen, als „besonders weltoffene Branche“ durch Ausbildung und Beschäftigung ihren Beitrag zur Integration von Flüchtlingen mit einer Bleibeperspektive zu leisten.

Aktuelle Herausforderungen für die Branche


Auch die Stärkung des Direktvertriebs auf der IHA-Agenda: „Über den europäischen Dachverband HOTREC Hospitality Europe hat der Hotelverband die Kampagne ‚Direkt Buchen‘ gestartet.“ Alle Hoteliers, Gastronomen und Gastgeber, die an der Kampagne teilnehmen wollen, können sich das „Direkt Buchen“-Logo kostenfrei über die Website www.book-direct-shop.eu/de herunterladen und in ihre Gästekommunikation einbauen.

Der Verband geht darüber hinaus konsequent und erfolgreich gegen wettbewerbswidrige Praktiken von Online-Portalen vor. Um die Chancen der Digitalisierung im Interesse der Gäste auch vollumfänglich nutzen zu können, forderte der Hotelverband zudem, den Ausbau der Breitbandanbindung in Deutschland flächendeckend voranzutreiben sowie die unsägliche WLAN-Störerhaftung endlich auch in Deutschland zu eliminieren.

Politischen Handlungsbedarf sieht der Hotelverband auch bei der Sharing Economy. Zusammen mit den europäischen Kollegen hat der Hotelverband unter dem Dach von HOTREC einen Zehn-Punkte-Plan für fairen Wettbewerb zwischen allen Anbietern erarbeitet. „Das derzeitige Rechtsvakuum bei der Vermietung von Privatappartements geht auf Kosten der Verbraucher, Anwohner und Steuerzahler und verzerrt den Wettbewerb zur stark reglementierten Hotellerie. Gleiche Rechten und Pflichten für alle Marktteilnehmer – ob neu oder etabliert, ob analog oder digital“, brachte Dreesen die Erwartungshaltung der Hotellerie auf den Punkt.

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