Hotelmarkt Asien
Seltener Einblick in nordkoreanische Hotels

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Tripadvisor

Über Hotels im kommunistischen und abgeschotteten Nordkorea ist etwa so viel bekannt, wie vor 40 Jahren über Unterkünfte in der Sowjetunion. Und doch geben die Eindrücke und Bewertungen von Reisenden im Internet einen Einblick in den Standard der „Luxushotellerie“ unter Kim Jong-un.

“Purer Luxus – wenn das Haus vor 30, 40 Jahren in Ost-Berlin gestanden hätte“, schreibt etwa Dirk aus Deutschland. Auf den Bildern von Reisenden wird deutlich, was er damit meint: Pompös sind die Eingangsbereiche der Hotels durchaus, gerne auch kitschig-bunt, wie im asiatischen Raum nicht unüblich. Auf den Zimmern allerdings ist von modernem Design keine Spur; hier fühlt man sich eher in Omas Wohnzimmer versetzt: Polstermöbel mit altbackenem Bezug, braune Wäsche und Wände.

Das gilt als „Luxus“ in dem Land, wo noch nicht einmal das Geburtsdatum des Machthabers offiziell bekannt ist. Und trotzdem schreibt Dirk auf Tripadvisor weiter: „Wer redet eigentlich im Zusammenhang mit Nordkorea immer von ,totaler Abschottung’? Das ist doch Blödsinn! Hier im Hotel kann man zwar keine E-Mails empfangen, aber immerhin eine pro Tag abschicken – für einen schlappen Euro. Also bitte, wo ist das Problem?“ Andere Gäste merken allerdings an, dass in bestimmten Hotels nur zwei Fernsehkanäle verfügbar seien, die – sofern es Strom gibt und das Gerät funktioniert – das identische Programm in zeitlicher Verzögerung bringen.

Auch das kulinarische Angebot kann den westlichen Luxus-Gaumen nur in seltenen Fällen zufriedenstellen: „Das opulente Abendessen: Gurkensalat, als Vorspeise, garniert mit Fruchtfliegen, zwei Scheiben süßem Brot, paniertem Zwergfisch (unangetastet gelassen), ein paar kleinen Rindfleischscheibchen, klebrigem Reis mit Möhrenimitat und Wasser. Eingenommen in einem großen Saal mit sehr kleinem Publikum.“ So äußert sich der deutsche Nutzer über das Angebot. Andere wiederum schränken ein in Hinblick auf ihre Erwartungen: „Eigentlich würde jeder Reisende in diesem Teil der Welt noch viel Schlimmeres erwarten“, merkt etwa Richard aus den USA an.

Die Sauberkeit betreffend gibt es für Hotels in der Hauptstadt Pjöngjang übrigens kaum schlechte Bewertungen – weder für die Zimmer noch für die öffentlichen Bereiche. Und die Gäste scheinen sich in Nordkorea besonders genau umzusehen: „Wanzen konnte ich keine entdecken“, so Emanuel aus Österreich. Eine abschließende Zusammenfassung liefert Matthijs aus Singapur: „Sauber, guter Service, harte Matratzen und man hat permanent das Gefühl, beobachtet zu werden.“

Quelle: Tripadvisor, Bewertungen und Kommentare über Hotels in Pjöngjang/Nordkorea