FBMA-Umfrage
Zwischenfazit nach einem Jahr Mindestlohn

MiLoG_Grafik.jpg
FBMA

Trotz breiter Zustimmung für das Mindestlohngesetz gab fast die Hälfte der FBMA-Umfrageteilnehmer an, ihr Arbeitsalltag habe sich seit der Einführung verschlechtert.

Um einen Eindruck aus der täglichen Praxis zu erhalten, führte die FBMA aktuell eine Mitgliederumfrage unter Führungskräften aus der Hotellerie und Gastronomie durch. Das überraschende Fazit: »Die Einführung des Mindestlohn war richtig«, so lautete die Meinung von 50 Prozent der Befragten. Nur knappe 30 Prozent gaben an, dass die Einführung des Mindestlohns ein Fehler gewesen sei.

Ist die Branche also im Reinen mit dem neuen Gesetz? Nicht ganz: 2/3 der Befragten gaben an, dass die Aufwendungen in den Bereichen Organisation, Personalplanung und Bezahlung deutlich gestiegen sind. Gerade einmal 8,8 Prozent der Betriebe konnten weitermachen wie vor der Gesetzeinführung. Trotz der grundlegenden breiten Zustimmung gab fast die Hälfte (47,1 %) der Umfrageteilnehmer an, dass sich ihr Arbeitsalltag verschlechtert hat.

Ursächlich hierfür ist insbesondere der hohe organisatorische Mehraufwand der Dokumentationspflicht, den über 80 Prozent der Befragten anprangerten. Die Umfrageteilnehmer gaben zudem als Konsequenz aus dem Gesetz an, kompensatorische Maßnahmen wie zusätzliche Ruhetage (6,1 %), verkürzte Öffnungszeiten (36,4 %) oder Preiserhöhungen (57,6 %) eingeführt zu haben. Entsprechend sehen nahezu 2/3 der Führungskräfte aus Hotellerie und Gastronomie dringenden Nachbesserungsbedarf beim Mindestlohngesetz.