Management-Training
Locker bleiben – Profi-Tipps für den sicheren Auftritt

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Michael Sporer

VIPs begüßen, mit Geschäftspartnern verhandeln, einen Vortrag halten oder auch eine Veranstaltung moderieren – Führungskräfte in der Hotellerie kommen häufig in Situationen, in denen souveränes Auftreten erwartet wird. Doch kaum einer bekommt das in die Wiege gelegt. Die gute Nachricht: Man kann es lernen!

»Auf der Bühne ziehe ich immer die Schultern nach oben«, sagt ein Teilnehmer. »Ich weiß nicht, was ich mit meinen Händen machen soll, wenn ich einen Vortrag halte«, ein anderer. Ein Dritter muss sich regelrecht überwinden, überhaupt eine Bühne zu betreten. Den Wunsch nach mehr Sicherheit und Gelassenheit in Situationen, in denen sie frontal und exponiert vor einer großen Gruppe stehen, haben sie alle gemeinsam. »Als Persönlichkeit gewinnen durch mehr Präsenz, Sicherheit und Überzeugungskraft«, lautet der Titel des Tagestrainings, den Michael Sporer in den folgenden Stunden anschaulich und praxisnah mit Leben füllt.

Der BR-Frontmann, der unter anderem seit Jahren die Events und Galas des Freizeit-Verlags betreut, hat seine Erfahrung als Sprecher und Moderator durch eine Ausbildung zum Trainer und Systemischen Management Coach mit Schwerpunkt Rhetorik und Führung untermauert. »Als Persönlichkeit gewinnen...« – schon der Titel des Trainings macht deutlich: Es geht nicht darum, eine andere Persönlichkeit zu werden, sondern die eigene zu stärken und individuelle Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Aus einem introvertierten Menschen soll durch das Coaching keine »Rampensau« werden. Aber er kann lernen, Vortrags- und Gesprächssituationen souverän zu meistern. Ziel des Tagestrainigs ist es, die wichtigsten Stellschrauben zu identifizieren und Tools an die Hand zu bekommen, mit denen die Teilnehmer die eigene Unsicherheit überwinden können. Dabei wechseln sich praktische Units mit theoretischen ab, die unter Anleitung des Coach gemeinsam erarbeitet werden. Am meisten Überwindung kosten die Übungen vor laufender Kamera, die anschließend in der Gruppe analysiert werden. Aber gerade sie führen die eigenen Schwachpunkte und Potenziale am deutlichsten vor Augen. Positive Veränderungen bezüglich der Performance sind bereits bei der dritten praktischen Übung festzustellen. »Zwischen dem ersten und dritten Auftritt liegen Welten«, freut sich ein Teilnehmer.  

Sicheres Auftreten ist also erlernbar. »Der Körper lügt nicht«, so Sporer. Gestik und Mimik spiegeln deutlich wider, wie wohl oder unwohl man sich in einer Situation fühlt. Hochgezogene Schultern sind ein typischer Angst-Mechanismus, ebenso das Zurückweichen vor dem Auditorium. Eine wackelige Stimme oder Verlegenheits-»Ähms« sind klare Zeichen für Unsicherheit. Aber wie bekomme ich das in den Griff? Da gilt es zuerst einmal, an der inneren Haltung zu arbeiten, die sich wiederum in Körpersprache ausdrückt. »Das Publikum ist nicht dein Feind«, lautet deshalb eine zentrale Aussage, wenn es um Bühnenauftritte geht. Wenn ich mir vorstelle, dass mein Gegenüber – ganz gleich ob eine kleine Gruppe oder ein ganzer Saal – wohlgesonnen und interessiert eingestellt ist, fühlt sich die Situation gleich nicht mehr so bedrohlich an. Ebenfalls wichtig für Präsenz und Überzeugungskraft: das lästige Kopfkino ausblenden und »sich stattdessen auf den Moment fokussieren«, rät Sporer.