Hotelmarkt Schweiz
WEKO geht gegen Ratenparität vor

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Nach Abschluss ihrer Untersuchung gegen Booking, Expedia und HRS verbietet die Wettbewerbskommission (WEKO) Buchungsplattformbetreibern, die Hotels in ihrer Angebotspolitik umfassend einzuschränken. Die von Booking und Expedia kürzlich angepassten Vertragsbedingungen unterliegen nicht diesem Verbot.

Im Vordergrund der am 11. Dezember 2012 eröffneten Untersuchung standen von den Plattformen verlangte Vertragsklauseln, wonach Hotels auf keinem anderen Vertriebskanal tiefere Preise festlegen oder eine größere Anzahl an Zimmern anbieten dürfen. So können Hotels auf Vertriebskanälen mit tieferen Kommissionen keine vorteilhafteren Angebote anbieten. Die WEKO wertet die Verwendung solcher umfassender Vertragsklauseln als Verstoß gegen das Kartellgesetz und hat deren Verwendung mit Verfügung vom 19. Oktober 2015 verboten.

Kürzlich haben Booking sowie Expedia europaweit weniger restriktive Bestimmungen eingeführt. Deren abschließende Beurteilung ist in kartellrechtlicher Hinsicht mangels aussagekräftiger Erfahrungswerte derzeit noch nicht möglich. Die WEKO behält sich vor, die Entwicklungen am Markt zu beobachten und bei Bedarf erneut einzugreifen.

Booking.com und Expedia wird die Wiedereinführung der widerrechtlichen Vertragsklauseln verboten. HRS ist verpflichtet, die entsprechenden Anpassungen noch vorzunehmen. Gegen die Unternehmen wird keine Buße verhängt, da ihr Verhalten nicht unter die Kategorie der direkt sanktionierbaren Verhaltensweisen fällt. Hinweise für einen möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung haben sich nicht erhärtet.

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