Ausblick: Gute Marktbedingungen, Performance-Anstieg erwartet

Ausblick

Gute Marktbedingungen, Performance-Anstieg erwartet

Die Konjunktur läuft, das Verbraucherklima zeigt sich positiv und immer mehr Gäste aus dem Ausland entdecken Deutschland als Reiseziel. Auch für die kommende Zeit stehen die Zeichen nach Aussage der Treugast auf Wachstum, wenngleich die Risiken nicht weniger werden.

Neben der Schuldenkrise in Europa und einer abkühlenden Dynamik in China, sind derzeit die Auswirkungen der Abgas-Affäre bei VW auf die deutsche Wirtschaft noch nicht abzusehen. Immerhin hängt jeder siebte Job in Deutschland direkt oder indirekt von der Autoindustrie ab. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Wachstumsmotor Hotellerie mit diesem Gegenwind entwickeln wird.

Auch in diesem Jahr haben die Experten von TREUGAST erneut untersucht, bei welchen Gesellschaften es weiterhin voran geht und welche stagnieren – und haben dabei erstmals zusätzlich Angaben zu den Zukunftsaussichten an verschiedenen Standorten und in den einzelnen Hotelkategorien erhoben. Ein Resultat: Die Stimmung bei den Gesellschaften ist fast durchweg positiv. Mehr als 70 Prozent der Befragten gehen von einem weiter steigenden Erlös je verfügbarem Zimmer (REVPAR) aus.

Es sind vor allem die unteren Kategorien der Hotelbranche, in der auf große Zuwächse gebaut wird: In die (Low-)Budget- und Midscale-Kategorie setzen die Gesellschaften die größten Erwartungen – damit setzt sich die dynamische Entwicklung dieser Segmente aus den vergangenen Jahren weiter fort. Der Bereich kann sich dank seiner günstigeren Kostenstrukturen auf überdurchschnittlich hohe Gewinnerwartungen freuen.

Anders sieht die Lage in den höheren Kategorien aus: Der Mangel an dort benötigten Fachkräften belastet die Segmente. Neben hohen Energiepreisen treibt auch die  Personalintensität der Dienstleistungen die Kosten in die Höhe. Als Konsequenz rechnen in der Upscale-Kategorie nur mehr als die Hälfte der Gesellschaften mit bleibenden Gewinnen und nur 44 Prozent in der Luxus-Kategorie – hier rechnet ein Viertel sogar mit rückläufigen Gewinnen.

Auch die Einführung des Mindestlohns drückt die Gewinn-Erwartungen. Der Markt wird dichter - mehr Umsatz bedeutet nicht unbedingt mehr Gewinn: Trotz ständig wachsender Konkurrenz durch neue Hotels gehen mehr als zwei Drittel aller befragten Gesellschaften von steigenden Umsätzen aus. Doch nur etwas mehr als die Hälfte erwartet, dass damit auch die Gewinne steigen. Nichtsdestotrotz kann der Hotelmarkt den positiven Trend des ersten Halbjahres fortsetzen.

Gestützt auf die positiven Aussichten in der deutschen Wirtschaft erwarten die Berater von TREUGAST für das diesjährige Gesamtjahr einen gesunden Anstieg der Performance-Kennzahlen von drei bis fünf Prozent. Zugpferd sind nach Meinung der Hotelgesellschaften vor allem A- und B-Standorte, wohingegen C-Standorte und vor allem Ferienregionen zwar überwiegend positiv, jedoch weniger dynamisch gesehen werden. Trotz der Unsicherheiten auf den internationalen Märkten unterstützen die gute konjunkturelle Lage, das positive Verbraucherklima und die Attraktivität Deutschlands für ausländische Touristen die wirtschaftliche Entwicklung der Hotellerie.

Schon die Performance-Zahlen für das erste Halbjahr hatten eine deutlich anhaltende positive Entwicklung des deutschen Hotelmarkts belegt: Die Übernachtungszahlen in der Hotellerie stiegen um rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Es kamen vor allem mehr ausländische Besucher: Die Anzahl der internationalen Gäste nahm um sechs Prozent zu. Auch wenn man die Performance der Top 20 Städte-Destinationen betrachtet, zeigen sich solide Zuwachsraten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der REVPAR in Deutschland stieg nach Angaben von STR-Global um rund acht Prozent auf 66,25 Euro. Erwartungsgemäß konnte die Durchschnittsrate (ARR) um rund fünf Prozent zulegen, liegt im europäischen Vergleich mit jetzt 97,66 Euro jedoch weiter auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau. Überraschender hingegen ist der erneute Anstieg der Zimmerauslastung (OCC) um weitere knapp drei Prozent auf 67,8 Prozent.

Weitere Informationen im Zusammenhang mit dem Treugast Investment Ranking finden Sie im Beitrag: Marriott verliert Top-Rating