25 Jahre Wiedervereinigung:  Hotels heute beliebter als 1990

Bildquelle: Ostel Berlin

25 Jahre Wiedervereinigung

Hotels heute beliebter als 1990

Eine repräsentative Studie zu den Unterschieden im Reiseverhalten der Deutschen zwischen 1990 und heute zeigt, dass offene Grenzen, der technologische Fortschritt sowie ein breiteres Urlaubsangebot Einfluss auf die Reisen der Deutschen haben. Deutliche Unterschiede gibt es beispielsweise auch bei der Art der Unterkunft.

Für 41 Prozent der Deutschen waren Ferienwohnungen und Pensionen um 1990 noch die beliebteste Übernachtungsmöglichkeit im Urlaub, dicht gefolgt von Hotels (39 Prozent). 2015 hat sich das Blatt gewendet: 49 Prozent haben während ihrer letzten Reise in einem Hotel übernachtet, nur noch 28 Prozent in einer Pension oder einer Ferienwohnung.

Auch die Inspirationsquellen für die nächste Urlaubsdestination sind heute andere als vor 25 Jahren: Zwar sind weiterhin Familie, Freunde und Bekannte für 46 Prozent an der Spitze der Ideengeber. Etwa jeder Dritte jedoch erhält heute Ideen für die nächste Reise online oder mobil. Die wichtigste Quelle für neue virtuelle Entdeckungen sind die Websites von Online-Reisebüros (17 Prozent). Außerdem gefragt sind Reiseblogs (sechs Prozent) und soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram (fünf Prozent). Fernsehen und Printmedien sind heute für etwa jeden Fünften weitere wichtige Ideengeber.

Unverzichtbares Gepäck


Kaum verändert haben sich seit 1990 die drei wichtigsten Dinge im Reisegepäck der Deutschen. Am unverzichtbarsten ist heute für 52 Prozent der Reisepass, gefolgt von EC- und Kreditkarte (44 bzw. 33 Prozent). Besonders jüngere Deutsche können im Urlaub nicht mehr ohne Smartphone: Für 45 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sowie 32 Prozent der 30- bis 45 Jährigen sind die mobilen Alleskönner heute sogar wichtiger als die Zahnbürste.

Über alle Altersklassen hinweg würde etwa jeder Dritte niemals ohne Medikamente oder Zahnbürste in den Urlaub starten. Digitalkamera (21 Prozent), Reiseführer (zehn Prozent), Sonnencreme (neun Prozent) und Wörterbuch (vier Prozent) folgen auf den Plätzen.

Fragt man die Deutschen danach, was zu ihrer persönlichen Reisefreiheit nach 1990 am stärksten beitrug, stehen offene Grenzen für 55 Prozent an erster Stelle. In Ostdeutschland sagen das sogar 73 Prozent. Für 43 Prozent der Bundesbürger bedeutet auch das breiter gefächerte Urlaubsangebot ein großes Stück mehr Reisefreiheit. Knapp jeder Dritte nennt außerdem den technologischen Fortschritt, dank dem Reisen heute ganz bequem per Internet oder Smartphone buchbar sind. Für Westdeutsche spielt dabei die technologischen Neuheiten eine größere Rolle (33 Prozent) als für Ostdeutsche (25 Prozent).

Inzwischen ist die "Ostalgie-Welle" auch auf dem Hotel-Markt angekommen: In Berlin kann man beispielsweise im DDR-Design-Hostel OSTEL übernachten – ganz im Stil Ost-Berlins in den 1980er Jahren. www.ostel.eu