Kommentar: Hotels sind mega-out ...

Bildquelle: Wimdu attackiert mit “Mehr für Weniger”-TV-Spot die Hotelbranche

Kommentar

Hotels sind mega-out ...

... und sauteuer. Zum Glück gibt es ja jetzt Wimdu, Gloveler, 9flats und Airbnb, die private Top-Unterkünfte zum Schnäppchentarif offerieren. Auch secret escapes bestätigt, dass Luxushotels unverschämt teuer sind. Blöd, wer da noch ins Hotel geht bzw. konventionell bucht ...

Sitzen Sie nicht auch manchmal sprachlos vor der Glotze und fragen sich, was da gerade passiert? Unsere Branche wird öffentlich diffamiert und wir schauen einfach machtlos zu. Schockiert, wütend und vor allem hilflos. Explosionsartig poppen diese neuen agressiven Anbieter in der Fernsehwerbung auf und sind plötzlich eine ernstzunehmende Gefahr. Nicht im Traum hätten wir geglaubt, dass wir uns jemals mit diesen Online-Start-ups beschäftigen müssen. Nun sind sie da und gehen nicht mehr fort. Was tun, spricht der Hotelier und zuckt ratlos mit den Schultern. Dass es kürzlich zu einem sexuellen Übergriff auf einen 19-jährigen Airbnb-Kunden kam, wird die Nachfrage nicht bremsen. Vielmehr müsste die Politik dem Geschäftsmodell einen Strich durch die Rechnung machen. Denn bislang muss ein privater Vermieter weder ein Gewerbe anmelden noch Steuern auf diese Einkünfte bezahlen. Auch müssen keine Sicherheitsauflagen wie Brandschutz oder ähnliches eingehalten werden. Ein rechtsfreier Raum.

Was unser Branchenverband Dehoga dagegen unternimmt? Meine Anfrage an Ingrid Hartges beantwortete der Pressesprecher Christopher Lück unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass die Hotellerie ja zum fünften Mal in Folge ein Rekordjahr zu verzeichnen hat. „Unser selbstbewusstes und faktisch nachweisbares Credo lautet also trotz Airbnb und Co: Die Hotellerie bleibt in der Erfolgsspur! Wir müssen uns nicht verstecken!“ Prima, dann ist ja alles gut!

Thomas Karsch, Chefredakteur