Management: Mindestlohngesetz zwingt Hoteliers zu kreativen Maßnahmen

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Mindestlohngesetz zwingt Hoteliers zu kreativen Maßnahmen

Im Rahmen des Mindestlohngesetzes wird auch die tägliche Arbeitszeit streng reguliert. Wie darauf in der Praxis reagiert werden kann, zeigt das Kloster Hornbach. Gemeinsam mit Personaltrainer Bernhard Patter wurden mehrere Lösungsansätze für alternative Arbeitszeitmodelle entwickelt.

Die Hotellerie und Gastronomie ist bekannt für ihre unregelmäßigen Arbeitszeiten. Dadurch müssen die Arbeitnehmer ein hohes Maß an Flexibilität als Voraussetzung für die verschiedenen Berufsbilder in dieser Branche mitbringen. Dazu gehört auch bei entsprechenden Anlässen zeitweise einige Mehrstunden zu leisten. Diese werden aber in der Regel gegen Bezahlung und Freizeit ausgeglichen. Trotz der Bereitschaft diese Mehrstunden beispielsweise bei Events oder feiertagsbedingten Hochzeiten seitens der Arbeitnehmer zu leisten, greift hier der Gesetzgeber nun massiv in den Betriebsablauf der meisten Gastgewerbeunternehmen ein: "Man stelle sich nun ein alltägliches Szenario eines Hotels vor.

Eine Hochzeitsgesellschaft startet um zwei bis drei Uhr nachmittags mit Kaffee und Kuchen. Dann muss der Hotelier die Hochzeitsgesellschaft nun theoretisch um Mitternacht nach Hause schicken. Also müsste in diesem Fall die Veranstaltung mit zwei Schichten abgedeckt werden. Das funktioniert aus personaltechnischen Gründen in den meisten Hotelbetrieben jedoch nicht. Die Quintessenz ist eine Änderung der Servicezeiten. Somit kann das Gesetz sogar Arbeitsplätze kosten", so Bernhard Patter, Geschäftsführender Gesellschafter von diavendo. Im Hotel Kloster Hornbach stellte man sich rechtzeitig den zahlreichen durch das Gesetz entstandenen Problematiken. Gemeinsam mit Bernhard Patter erarbeitete die Inhaberfamilie und deren Abteilungsleiter in einem Workshop einige innovative Lösungsansätze, um alle Vorgaben der neuen Gesetzgebung im Hotelalltag einzuhalten.

Dabei wurden folgende Fragestellungen geklärt: Bewusstsein für das Gesetz schaffen sowie für die daraus entstehenden Konsequenzen und rechtlichen Eigenschaften, welche Maßnahmen können innerhalb der Abteilung auf einem kleinen Dienstweg erledigt werden, um flexibler agieren zu können sowie Lösungen in Bezug auf Dienstpläne, Personaldisposition und die Umsetzbarkeit von neuen Ideen. Schließlich erfolgte die Kommunikation an alle Mitarbeiter: „Es ist wichtig, bei einschneidenden Veränderungen das gesamte Team zu involvieren. Ihnen zu erklären wieso, weshalb, warum. Wir haben darüber hinaus gemeinsam beschlossen, unsere Restaurantöffnungszeiten zu ändern und an bestimmten Tagen oder Zeiten auch zu schließen. Somit ist auch eine transparente Kommunikation mit dem Gast in Bezug auf diese Schritte sehr wichtig. Jedoch ergeben sich aus diesen Änderungen auch neue Möglichkeiten und Chancen, unsere Dienstleistungen zu überdenken, attraktiver zu gestalten und damit am Ende des Tages erfolgreicher vermarkten zu können“, ergänzt Edelbert Lösch, Inhaber des Hotel Kloster Hornbach.