Gerichtsurteil zu Bewertungsportalen
Online-Betrüger muss ins Gefängnis

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TripAdvisor gibt das Ergebnis eines wichtigen Gerichtsentscheids in Italien bekannt. Dabei wurde – dem Vernehmen nach erstmals – ein hartnäckiger Online-Bewertungsbetrüger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

In einer der ersten Rechtsstreitigkeiten dieser Art entschied das Strafgericht von Lecce, dass das Verfassen von gefälschten Bewertungen mit falscher Identität ein strafbares Verhalten ist – laut italienischem Strafrecht. Der Inhaber von PromoSalento, der Pakete mit gefälschten Bewertungen an Betriebe aus dem Gastgewerbe in Italien verkaufte, wurde zu neun Monaten Haft und einer Geldstrafe von rund 8.000 Euro an Kosten und Schadenersatz verurteilt. Bezahlter Bewertungsbetrug – wenn Unternehmen oder Einzelpersonen gefälschte Bewertungen an Betriebseigentümer ‚verkaufen‘ – stellt in vielen Ländern eine Rechtsverletzung dar, dies ist jedoch laut TripAdvisor einer der ersten Vollstreckungsfälle, in denen es zu einer strafrechtlichen Verurteilung kommt.

TripAdvisor unterstützte die Strafverfolgung von PromoSalento als Zivilkläger durch das Bereitstellen von Beweisen aus den umfangreichen, betriebsinternen Betrugsuntersuchungen und bot Unterstützung durch seinen italienischen Rechtsberater. Bewertungsbetrug nimmt TripAdvisor laut Aussage der Verantwortlichen sehr ernst – durch den Einsatz von ausgefeilten Tracking-Technologien und einem engagierten Untersuchungsteam, um Unternehmen, die gekaufte Bewertungen anbieten, zu fassen und diese daran zu hindern, auf der Webseite zu operieren.

Wie die Verantwortlichen mitteilen, begrüße man die Möglichkeit, mit Vollstreckungsbehörden zusammenzuarbeiten – wie zum Beispiel mit der Competition and Markets Authority (CMA) in Großbritannien sowie der Federal Trade Commission (FTC) in den USA, um Informationen auszutauschen und diese bei der Bekämpfung von Online-Bewertungsbetrug zu unterstützen. „Wir betrachten dies als eine wegweisende Entscheidung für das Internet. Das Verfassen von gefälschten Bewertungen war schon immer Betrug, aber das ist das erste Mal, dass wir jemanden dafür ins Gefängnis gehen sehen“, sagt Brad Young, VP, Associate General Counsel, TripAdvisor. „Wir investieren sehr viel in die Betrugsprävention und das mit Erfolg: Seit 2015 haben wir die Aktivitäten von mehr als 60 unterschiedlichen Unternehmen weltweit, die gekaufte Bewertungen anbieten, zum Erliegen gebracht. Wir allein können jedoch nur so viel tun – deshalb suchen wir die Zusammenarbeit mit Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden, um sie bei der Strafverfolgung dieser Unternehmen zu unterstützen." 

Online-Bewertungen spielten eine wichtige Rolle im Tourismus und bei der Kaufentscheidung von Verbrauchern, aber es sei wichtig, dass sich jeder an die Regeln halte, sagt Pascal Lamy, Chairman, World Committee on Tourism Ethics, UNWTO. „Gefälschte Bewertungen verstoßen eindeutig gegen die Richtlinien des World Committee on Tourism Ethics, die wir letztes Jahr als Leitfaden für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ratings und Reviews auf digitalen Plattformen veröffentlicht haben." 

Die globale Reise-Community ist laut TripAdvisor ein wichtiger Partner im Kampf gegen bezahlten Bewertungsbetrug. Insbesondere die Beweise, welche Betriebseigentümer teilen, die von Unternehmen wegen gekaufter Reviews kontaktiert werden. "Jeder, der von Unternehmen oder Einzelpersonen angesprochen oder kontaktiert wird, die gefälschte Bewertungen zum Kauf anbieten, sollte sich nicht darauf einlassen, sondern diese Information mit TripAdvisor, direkt unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! teilen. Unser Content Integrity-Team geht jedem Hinweis investigativ nach. Unabhängig davon, wie unbedeutend dieser auch erscheinen mag, könnte dies helfen", heißt es in einer Pressemitteilung. 

TripAdvisor hat zudem kürzlich ein neues Informationsangebot erstellt: Hier können Verbraucher im Detail erfahren, wie das Unternehmen seine Inhalte schützt. Neue Artikel werden regelmäßig hinzugefügt, um auf wichtige Themen einzugehen, zum Beispiel, wie TripAdvisor Bewertungen moderiert oder bestimmt, ob eine Bewertung voreingenommen ist. Die Seite enthält auch eine ‚Hinter-den-Kulissen‘-Serie, die anschaulich macht, wie das Untersuchungsteam arbeitet. Auch neue Case Studies zu Untersuchungen gehören zu diesem Informationsangebot.

Mit mehr als 661 Millionen Bewertungen und Meinungen bietet TripAdvisor die größte Auswahl an Reiseangeboten rund um den Globus – mehr als 7,7 Millionen Unterkünfte, Airlines, Attraktionen und Restaurants.

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