Hotrec-Studie
OTA-Abhängigkeit nimmt weiter zu

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(Bild: Shutterstock)

Alle zwei Jahre untersucht Hotrec zusammen mit der Fachhochschule Westschweiz den europäischen Hotelvertriebsmarkt: Der Ergebnis der diesjährigen Studie: Die Abhängigkeit der Hotellerie von Online-Plattformen nimmt weiter zu  während der Anteil der Direktbuchungen abnimmt. Zudem ragt eine OTA heraus, eine andere verliert an Boden.

Die beiden Größten, Booking.com (66,4%) und Expedia (16,6%) gewannen im Jahr 2017 an Marktanteilen, während der drittgrößte Anbieter HRS (9,0%) laut Studie in den letzten beiden Jahren weiter an Boden verlor. Der Anteil des Direktvertriebs in der europäischen Hotellerie sank im Jahr 2017 auf 52% aller gebuchten Übernachtungen; im Jahr 2015 waren es noch 55,2%. Der Anteil der Übernachtungen, die über OTAs vermittelt wurden, stieg dagegen auf 26,1% (2015: 23,1%).

In Bezug auf die Zusammenarbeit mit den Online-Buchungsplattformen fühlt sich die Mehrheit der Hoteliers (50%) unter Druck gesetzt, Vertragsinhalte und Bedingungen (wie Stornierungsrichtlinien, Sonderrabatte, Online-Marketing und PPC-Werbung) zu akzeptieren, die man freiwillig nicht akzeptieren oder anbieten würde. Kleine und unabhängige Hotels fühlen sich dabei stärker unter Druck gesetzt als große Hotels oder Hotelketten. 

Wenn es zu Problemen zwischen Hotels und OTAs kommt, sind 70% der Hotels der Meinung, dass es seitens der Portale keine faire und effektive Lösung für die Meinungsverschiedenheiten gibt. Auch hier scheinen kleine und unabhängige Hotels mehr Probleme mit der Streitbeilegung zu haben, als größere Hotels oder Hotelketten.  „Die ersten Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass Online-Vermittler mehr und mehr Kontrolle über den Hotelvertrieb gewinnen, die Abhängigkeit der Hotels zunimmt und sich die eigenen unternehmerischen Handlungsspielräume verringern“, so Markus Luthe, Vorsitzender der HOTREC Distribution Task Force. „Hotels müssen in der Lage sein, die Konditionen und Bedingungen ihrer eigenen Angebote frei festzulegen und über die werbliche Nutzung ihres geistigen Eigentums, z.B. des Markennamens, selbst zu entscheiden“, fügte Luthe hinzu. 

„Die Studie bestätigt, dass politische Regelungen erforderlich sind, um faire und transparente Marktbedingungen im Bereich der Online-Plattformen zu gewährleisten, insbesondere wenn es keinen wirksamen Wettbewerb gibt“, so Christian de Barrin, CEO von HOTREC. 

Eine Kurzfassung der Studie steht auf HOTRECs Website www.hotrec.eu zur Verfügung.