Trends für Lobby, Lounge & Co
Public Areas als Schlüssel zum Erfolg

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5. Businesscenter sind überholt

Jeder Reisende ist heute mobil online unterwegs, informiert und bucht sich selbst Eintrittskarten, Plätze im Restaurant, Flüge, usw. Für Businesscenter gibt es deshalb keinen Bedarf mehr. Die neue Netzwerker- und Influencer-Generation arbeitet in der Lobby inmitten aller anderen Gäste. Serviceleistungen wie Ausdrucke können vom Front Desk mitübernommen werden.

6. Craft-Elemente integrieren

Die Craft-Welle eignet sich hervorragend, um das Angebot zu erweitern und aufzuwerten. Craft steht für Handwerklichkeit und wird von den Gästen als besonders glaubwürdig und echt empfunden. Die bekanntesten Vertreter der Craft-Welle sind Craft Beer und Barista Kaffee, aber auch besondere Weine von ausgewählten Weingütern haben das typische Craft-Flair. Craft-Angebote stützen die Story, sie machen Gästen und Mitarbeitern Spaß, sorgen für Kommunikation und machen die Gastronomie interessant, auch für Locals.

7. Digitale Strukturen, analoges Erlebnis

Die Digitalisierung wird in sämtliche Bereiche der Hotellerie vordringen. Sie hilft Hoteliers, Gäste zu gewinnen und Prozesse zu vereinfachen. Ist der Gast aber im Hotel, will er in erster Linie ein analoges Erlebnis. Seine Begeisterung ist ein analoges Gefühl, das er digital in Form von Instagramm-Bildern oder Videos im Netz verbreitet. Digitale Selbstverständlichkeiten im Hotel müssen Online-Check-in/out, leistungsstarkes WLAN und ausreichend USB-Anschlüsse und Steckdosen sein.

8. Ganzheitlichkeit leben

Werden Lobby und Gastronomie einem Relaunch unterzogen, gilt die Devise: ganz oder gar nicht. Stückwerk oder nur Veränderungen am Design zahlen sich nicht aus, ansonsten bleibt der Relaunch nur oberflächlich und ist nicht nachhaltig. Gäste spüren, ob etwas Fake oder echt ist, ob alles aus einem Guss realisiert wurde und ob die Mitarbeiter dahinter stehen. Die Veränderung muss alle Bereiche ergreifen, sinnvolle Strukturen und begeisternde Eindrücke und Erlebnisse schaffen. Ein Relaunch ist deshalb ein Prozess, zu dem alle ins Boot geholt werden müssen. Um die Ganzheitlich zu erreichen, muss sich die Haltung von Management und dem ganzen Team ändern.

9. Profilstarke Gastronomie

Hotelrestaurants setzen heute auf ein klares Profil mit Signature Dishes und hoher Produktqualität. Regionalität bietet sich als Thema an, mit dem gespielt wird, aber auch als Klassiker, um internationale Hotelgäste abzuholen. Abwechslung kann über saisonale Angebote und Trendprodukte erzeugt werden.

10. Hotelbar mit Profil

Klasse statt Masse lautet die Empfehlung. Im Klartext bedeutet das, die Karten zu entstauben und zu verschlanken. Lieber ein Dutzend Signature Cocktails, eigene Rezepturen und Drinks servieren statt die volle Klaviatur spielen mit einer überladenen Barkarte. Inspiration kann man sich holen z.B. bei den Top-Bars aus der Liste »The World’s 50 Best Bars«. Meine Beobachtung zum Thema Gin: Gin bleibt weiterhin ein Barliebling, wird aber zum Mainstream. Die Avantgarde wendet sich bereits anderen Spirituosen zu.

Tipp an alle, die Investitionen in Public Areas planen

Erst Ideen sammeln, dann starten. Immer zuerst die Gesamtsituation überdenken und sich über die Ziele und Rahmenbedingungen im Klaren sein. Dann kann man sich umsehen, innovative Hotels und Gastronomie besuchen und Trends auf Relevanz für den eigenen Betrieb bewerten.

 

Pierre Nierhaus berät internationale Hotelkonzerne und Individualhotels sowie Gastronomie-Unternehmen und die Zulieferindustrie. Er ist Spezialist für öffentlichen Bereiche und hat an der Neukonzeption einer Reihe erfolgreicher Konzepte mitgewirkt u.a. für die InterCityHotels oder »Relax« von Mercure. Seine Kompetenz bündelt er in seinem Tätigkeitsspektrum als Berater, Change- und Trendexperte, Keynote-Speaker und Buchautor.

Weitere Infos: www.nierhaus.com

 

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