Steuertipp
Kurzfristige Beschäftigung – das ist neu

Eine neue Regelung beim permanenten Lohnsteuer-Jahresausgleich betrifft auch das Gastgewerbe und deren Beschäftigte. Christian Eichler vom ETL ADHOGA Verbund erklärt, was es damit auf sich hat.

Neben Mini-Jobbern sind auch kurzfristig Beschäftigte im Gastgewerbe gern gesehene Arbeitskräfte. Helfen sie doch, insbesondere saisonale Engpässe zu überbrücken. Eine Beschäftigung ist kurzfristig, wenn sie von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird oder das Entgelt 450 Euro im Monat nicht übersteigt. Kurzfristige Beschäftigungen sind sozialversicherungsfrei. Der Arbeitgeber muss nur Unfallversicherungsbeiträge sowie die Umlagen zur Sozialversicherung und zum Insolvenzgeld entrichten. Lohnsteuerpflicht besteht allerdings. Bei kurzfristigen Beschäftigungen, die höchstens 18 zusammenhängende Arbeitstage ausgeübt werden und bei denen der Arbeitnehmer durchschnittlich nicht mehr als 72 Euro/Arbeitstag verdient, kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer pauschal mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer erheben. Der Arbeitnehmer kann so seinen Lohn brutto für netto vereinnahmen.

Permanenter Lohnsteuerausgleich zulässig

Sind die Voraussetzungen für die Pauschalierung nicht erfüllt, muss der Lohn nach den persönlichen Lohnsteuerabzugsmerkmalen versteuert werden. Doch das führt oft zu hohen Lohnsteuerabzügen. Ein permanenter Lohnsteuer-Jahresausgleich, bei dem ein kurzfristig hoher Lohn auf einen längeren Zeitraum umgelegt wird, vermeidet das. Ab 2018 wurde dieser neu geregelt. Dann ist er bei unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Arbeitnehmern auch zulässig, wenn:
• das Beschäftigungsverhältnis nicht längerfristig besteht,
• zusätzlich eine Hauptbeschäftigung ausgeübt wird,
• die zeitlich befristete Tätigkeit maximal 24 aufeinanderfolgende Arbeitstage dauert,
• das Einkommen aus Nebentätigkeit nach Steuerklasse VI besteuert wird und
• der permanente Lohnsteuer­Jahresausgleich beim Betriebsstättenfinanzamt beantragt wird.


Hinweis: Der Arbeitnehmer muss dem Arbeitgeber seine Steuer-ID und die Höhe der Löhne aus anderen Nebenbeschäftigungen im laufenden Jahr mitteilen. Der Arbeitgeber muss seinen Arbeitnehmer darauf hinweisen, dass er eine Steuererklärung abzugeben hat. Dieser Hinweis ist zu dokumentieren und mit den Auskünften des Arbeitnehmers zum Lohnkonto zu nehmen.

 

Christian Eichler
RA/StB im ETL ADHOGA Verbund aus Nürnberg und spezialisiert auf die Beratung von Hotels und Gaststätten
Kontakt: ETL ADHOGA Nürnberg
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Tel. 0911-395760
www.etl-adhoga.de