10 Jahre Empire Riverside Hamburg
»Hier darf es auch mal laut sein«

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Andreas Fraatz (©EmpireRiversideHotel)

Am Mittwoch, 14. Februar, feierte das Empire Riverside mit einer großen Party seinen zehnjährigen Geburtstag. Eigentümer Andreas Fraatz zieht im Top hotel Interview eine positive Bilanz, würde wenig anders machen und könnte sich ein weiteres Hotel in einer anderen Stadt vorstellen.

Tophotel: Herr Fraatz, zehn Jahre Empire Riverside. Geben Sie uns doch einen kurzen Rückblick: Die besondere Erfolgsgeschichte ist doch die Bar »20Up«?
Andreas Fraatz: Ja, das stimmt. Schon vom ersten Tag an hatten wir mehrere Hundert Gäste. Das passiert in Hamburg schon mal bei einer Neueröffnung. Bei uns ist das aber bis heute geblieben. Das war schon ein einzigartiger Erfolg und ist es noch.

Tophotel: Und was kommt ihnen inden Sinn wenn Sie an die Geschichte des Hotels denken?
Fraatz: Im November 2007 sind wir mit einem Soft-Opening gestartet. Da hatten wir gerade einmal zehn Zimmer. Anfang 2008 haben wir dann voll eröffnet. Damals hatten wir ungefähr 60 Prozent Auslastung. Heute liegen wir bei 87 Prozent.

Tophotel: Haben Sie bestimmte strategische Dinge unternommen, um die Auslastung zu erhöhen?
Fraatz: Nein, eigentlich nicht. Das Konzept ist fast das Gleiche geblieben. Auch, dass Konferenzen von Anfang an ein wichtiger Bestandteil unseres Konzepts sein sollten, war so geplant. Vielleicht hätte man die Durchschnittsrate von Beginn an höher ansetzen sollen, dann wäre man mit dem Auslastungsgrad noch etwas entspannter gewesen. Aber in den vergangenen Jahren ist sie etwas gestiegen; wir liegen bei 165 Euro.

Tophotel: Wie stellt sich das vor dem Hintergrund Hotelmarkt Hamburg dar? Es hat in den zuletzt einige Neueröffnungen im gehobenen Segment gegeben. Auch im Bar-Segment gibt es mit dem »Clouds« in den Tanzenden Türmen einen Wettbewerber auf Augenhöhe...
Fraatz: ...von dem uns 50 Prozent gehören. Die Leute vom East-Hotel und wir haben fast gleichzeitig davon erfahren, dass hier eine Bar geplant ist. Die vom East hatten Respekt davor, dass da oben Sushi serviert wird. Und wir hatten Respekt davor, dass eine weitere Bar mit Ausblick entsteht. Also haben wir uns zusammengesetzt und uns überlegt, das doch gemeinsam zu machen.

Tophotel: Ist das ein üblicher Vorgang in der Hamburger Hotellerie? Spricht man miteinander?
Fraatz: Sicher nicht jeder mit jedem. Aber in diesem Fall lag es auf der Hand. Es wird heute kein Sushi im Clouds serviert und die Bar ist keine echte Bar, sondern ein gemischtes, offenes Konzept aus Bar und Restaurant.

Tophotel: Mit dem Westin in der Elbphilharmonie hat vor kurzer Zeit ein sehr prominent positioniertes Hotel in Hamburg eröffnet. Merken Sie das?
Fraatz: Ja, das merken wir. Und zwar positiv. Seit 20 Jahren wächst die Nachfrage nach Betten in Hamburg und jedes Jahr eröffnet ein neues Hotel. Das verträgt der Standort. Aber die Elbphilharmonie selbst hat einen großen Schub gegeben. Der wirkt sich auf alle gastgewerblichen Betriebe in Hafennähe positiv aus. Auch die Vielfalt des Hotelangebots sehe ich als Standortvorteil. Es ist für den Gast sehr einfach, sich für Hamburg zu entscheiden, weil er von vornherein weiß, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Und unsere Lage ist ja einmalig. Obwohl es für Hamburg keine 1-A-Lage ist, sind wir mitten im Dreieck zwischen Hafen, Innenstadt und St. Pauli bzw. der Großen Elbstraße, wo sich auch jede Menge tut. Wir fühlen uns hier sehr wohl.