Hotelmarkt Großbritannien

Schottisches Nazi-Gefängnis wird Hotel

Das Nazi-Kriegsgefangenenlager "Cultybraggan Camp" im schottischen Perthshire soll zu einer Hotelanlage umgebaut werden. Während des Zweiten Weltkriegs waren dort Nationalsozialisten gefangen genommen worden – einige von ihnen starben auch in dem Camp.

Das auch als "Camp No. 21" bekannt gewordene Lager ist das letzte Kriegsgefangenenlager dieser Art in Großbritannien. Jetzt soll es umgebaut werden, dafür sind laut Daily Mail rund 700.000 Euro veranschlagt. Das Phänomen sei Teil des "dark tourism", der aktuell zum Trend werde. In diesem Zug nennt die Daily Mail auch die "Jack the Ripper-Touren", die in London angeboten werden. Dabei verfolgen Touristen die Spur des Serienmörders durch die Stadt.

 Cultybraggan erstreckt sich über rund 14 Hektar, auf denen 90 Wellblech-Hütten stehen, die als Nissen-Hütten bekannt sind. Dort waren während des Zweiten Welkriegs so genannte "SS fanatics" – also besonders große Anhänger des Nationalsozialismus – untergebracht. Nach dem Krieg wurde Cultybraggan in ein Trainingsgelände für die Armee umgewandelt, die Häuser blieben bestehen. In den 1970er-Jahren wurde ein Teil der Wellblechhütten abgerissen, um Platz für einen Schießplatz zu schaffen. 2007 sammelte ein lokaler Verein Spenden und kaufte das Grundstück schließlich. In den folgenden Jahren wurden die Hütten an einheimische Geschäfte vermietet und teilweise als Kriegsmuseum genutzt.

Nun soll Cultybraggan in ein Vier-Sterne-Hotel umgewandelt werden. Damit soll auch die örtliche Wirtschaft gestärkt werden. Die Gäste sollen künftig in den Hütten übernachten. Dafür werden die kleinen Häuser saniert, dabei spielt auch eine Art Denkmalschutzbehörde eine Rolle.

Quelle: www.dailymail.co.uk