»Michelin«-Führer
Französischer Spitzenkoch darf auf Sterne verzichten

Ein Novum beim Verlag des »Michelin«: Erstmals wurde es jetzt mit Sébastien Bras einem Drei-Sterne-Koch erlaubt, sich aus dem Führer austragen zu lassen. Noch im vergangenen Jahr hieß es: »Der Guide ist nicht für Köche gemacht, sondern für Kunden«.

In einer Videobotschaft teilte der 46-jährige Spitzenkoch Sébastien Bras, Inhaber des Gourmetrestaurants »Le Suquet« der Öffentlichkeit vor wenigen Monaten mit, dass er die Vertreter des »Guide Michelin« gebeten habe, sein Restaurant im nächsten Führer nicht mehr aufzunehmen, womit er per se freiwillig auf jene drei Sterne verzichtet, die er seit 1999 ununterbrochen erkocht hat. »Ich empfinde immer noch Liebe und Leidenschaft für das Kochen, das hat sich nicht geändert. Aber ich will mit einem freieren Geist arbeiten. Die drei Sterne sind zwar ein wunderbares Geschenk, aber sie bringen eine dauerhafte Anspannung mit sich«, erklärt sich Sébastien Bras.

Eine Woche vor Erscheinen des französischen »Guide Michelin« bestätigte nun der Verlag die Auslistung gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Michelin weist darauf hin, dass der Verzicht auf eine Auszeichnung sehr selten sei. "Er sagt, er schlägt ein neues Kapitel in seinem Leben auf. Wir respektieren diese familiäre Entscheidung", so der Verlag. Die Entscheidung des Michelin ist deshalb so besonders, da die Unabängigkeit des Führes stets hervorgehoben wird.

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