Parahotellerie
HOTREC fordert Registrierungspflicht

Die zunehmende Zahl von professionellen Anbietern auf Sharing-Plattformen macht dem Verband zufolge eine Registrierungspflicht zwingend erforderlich, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und den Verbraucherschutz durch eine Stärkung der nationalen und regionalen Vollzugsbehörden zu verbessern.

 

Nach Angaben der European Holiday Home Association bieten Sharing-Plattformen im Beherbergungsbereich europaweit 20 Millionen Betten an, verglichen mit 13 Millionen Betten in Hotels und ähnlichen Betrieben (Eurostat). Eine aktuelle Studie der Europäischen Kommission (DG Grow) zeigt zudem, dass ein großer Teil der privaten Unterkünfte von professionellen Anbietern vermarktet wird. Zwei Drittel vermieten ihre Immobilie für mehr als 120 Tage im Jahr.  

„Die Plattformen müssen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, indem sie nicht nur die Einhaltung der Steuerpflicht erleichtern, sondern auch den Schutz der Verbraucher gewährleisten. Der einzige Schritt, um dies zu erreichen, ist die Registrierung von Privatunterkünften, um den Markt transparent zu machen und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen", betonte Christian de Barrin, CEO von HOTREC.  

Eine im November 2017 veröffentlichte Studie von PricewaterhouseCoopers über die Auswirkungen der Besteuerung auf den europäischen Tourismus unterstreicht auch die Notwendigkeit einer angemessenen Beteiligung der Sharing Economy an den öffentlichen Aufgaben. „Es ist für die Steuerbehörden schwierig, das Bewusstsein für steuerliche Pflichten bzw. Verstöße zu schärfen, wenn eine Ungleichheit zwischen der effektiven Steuerlast für steuerkonforme Unternehmen und denjenigen, die die Steuerpflichten nicht einhalten, entsteht. Das verzerrt den Markt und führt auch zu Einnahmeverlusten für den Staat."

Ramón Estalella, Vorsitzender der HOTREC Task Force „Collaborative Economy", fasst zusammen: „Um einen harmonisierten europäischen Ansatz zu ermöglichen, ist HOTREC der Ansicht, dass die Annahme der von der Europäischen Kommission im Herbst 2017 ausgearbeiteten Leitlinien einen großen Schritt nach vorn bedeuten würde.“