Hotelinvestmentmarkt
Produktmangel verhindert neues Rekordjahr

fuenf_sterne_hotel.jpg

2017 umfasste der Hotelinvestmentmarkt ein Volumen von rund 4,05 Milliarden Euro. Das bedeutete einen Rückgang von knapp 20 Prozent im Vergleich zu 2016. Trotzdem liegt das 2017er Ergebnis um 91 Prozent über dem Jahresdurchschnittsvolumen der vergangenen zehn Jahre.

„Der Volumenrückgang am Hotelinvestmentmarkt ist das Ergebnis eines deutlichen Nachfrageüberhanges, der nicht auf ein ausreichendes Angebot an verfügbaren Objekten trifft. Entsprechend waren ein Absinken des Anteils von Portfoliotransaktionen sowie eine zunehmende Bedeutung von Projektentwicklungen und B-Städten zu beobachten“, sagtOlivia Kaussen, Head of Hotels bei CBRE in Deutschland.

 

 Fehlende Portfoliotransaktionen sorgen für vergleichsweise schwaches Jahresende

Das Rekordjahr 2016 war unter anderem auf ein sehr starkes Jahresendquartal zurückzuführen, das 43 Prozent des damaligen jahresauflaufenden Transaktionsvolumens darstellte. Mit 1,1 Milliarden Euro und 28 Prozent am Gesamtvolumen war das vierte Quartal zwar auch 2017 das stärkste Quartal, konnte jedoch nicht die Grundlage für ein erneutes Rekordergebnis legen. Das Transaktionsvolumen in den ersten drei Quartalen des Jahres lag noch leicht über dem Vorjahresvergleich (plus 0,6 Prozent), im vierten Quartal führte ein Rückgang um 48 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2016 jedoch zu dem Rückgang von 20 Prozent im Gesamtjahresvergleich. Dies ist vor allem auf fehlende Portfoliotransaktionen zurückzuführen. Im vierten Quartal des Jahres 2017 waren 72 Prozent aller Transaktionen Einzeltransaktionen, während es im Vorjahresvergleich nur 60 Prozent waren. Beispielsweise erwarb die First Sponsor Group im Joint Venture mit den Gesellschaftern CDL und Tai Tak das Le Méridien Frankfurt für 85 Millionen Euro (inklusive Transaktionskosten) von Art-Invest Real Estate. Art-Invest löste das 300 Zimmer Asset aus seinem Hotel-Manage to Core-Fonds und wurde bei der Transaktion von CBRE Hotels beraten.

Frankfurt zeigt im vierten Quartal höchstes Investitionsvolumen, München wird auf das Jahr gesehen wichtigster Hotelinvestmentstandort

Nicht zuletzt durch den Verkauf des Le Méridien zeigt Frankfurt im letzten Jahresquartal mit 216 Millionen Euro das höchste Transaktionsvolumen aller deutschen Großstädte und gleichzeitig das stärkste Quartal der Stadt des Jahres 2017. Jahresauflaufend verzeichnete Frankfurt es ein Investitionsvolumen von 237 Millionen Euro. Auf das gesamte Jahr gesehen wird München nach einem vergleichsweise schwachen Jahr 2016 mit einem realisierten Transaktionsvolumen von 868 Millionen Euro zum Spitzenreiter (plus 167 Prozent im Vergleich) und lässt somit das im Vorjahr dominierende Berlin (730 Millionen Euro) und Hamburg (596 Millionen Euro) hinter sich.

Ausblick: Weiterhin hohe Nachfrage formt das Angebot

„Auch im kommenden Jahr erwarten wir eine weiterhin hohe Nachfrage nach deutschen Hotelimmobilien. Limitierend wird sich weiterhin die Verfügbarkeit an Bestandsimmobilien in den A-Städten auswirken. Dies führt dazu, dass Investoren auf B-Standorte ausweichen und in Projektentwicklungen investieren werden. Dieses Zusammenspiel aus hoher Nachfrage und limitiertem Angebot wird auch 2018 weiterhin hohen Druck auf die Renditen ausüben“, prognostiziertKaussen.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok