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Wirtschaft

Österreich will Arbeitszeitgesetz ändern

Der Dehoga fordert schon lange eine Reform des Arbeitszeitgesetzes in Deutschland, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) lehnt sie ab. In Österreich sollen die Arbeitszeiten nun offenbar tatsächlich flexibilisiert werden. Das berichtet nachrichten.at

ÖVP und FPÖ einigten sich bei ihren Koalitionsverhandlungen auf eine Reihe von Maßnahmen im Wirtschaftsbereich. Demnach wollen die Parteien offenbar zur Regel machen, was bisher nur in Ausnahmefällen zulässig ist: Die Höchstgrenze der Arbeitszeit soll auf zwölf Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich angehoben werden. Im Tourismus, in der Hotellerie oder Gastronomie soll die Ruhezeit für Betriebe mit geteilten Diensten zudem von elf auf maximal acht Stunden verkürzt werden.

Als Ziele der künftigen Bundesregierung listet das gemeinsame ÖVP-FPÖ-Papier zum Themenbereich Wirtschaftsstandort und Entbürokratisierung folgende Punkte auf: Bürokratieabbau und Reduktion von Vorschriften für Unternehmen, Fachkräftebedarf sichern, Arbeitszeitregelungen für Betriebe und Beschäftigte praxisgerecht gestalten, Unternehmensfinanzierung sichern und Kapitalmarkt stärken, Internationalisierung vorantreiben. Die Rahmenbedingungen sollen an die veränderten Arbeitswelten angepasst, der Fachkräftemangel behoben werden. 

Unter anderem soll auch die Zulassung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland "bedarfsorientiert" gestaltet werden. Arbeitszulassung und Zuwanderungsformen will man künftig klarer trennen. Von "qualifizierter und gelenkter Zuwanderung" ist die Rede.

Die Pläne, die Arbeitszeiten zu ändern, sorgen für Entrüstung bei Gewerkschaftern und Arbeitnehmervertretern. Oberösterreichs Arbeiterkammerpräsident Johann Kalliauer sagte: "Ich bin enttäuscht, dass die erste konkrete Maßnahme dieser Regierung ein massiver Angriff auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist." Erst im Oktober hatte es in Österreich Neuwahlen gegeben.

Quelle: www.nachrichten.at

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