Gerichtsentscheidung: Hotelbetreiber haften für Schäden durch Personal

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Gerichtsentscheidung

Hotelbetreiber haften für Schäden durch Personal

Hotelbetreiber müssen für Schäden am Eigentum ihrer Gäste haften, wenn diese durch Angestellte des Hauses verursacht wurden. Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg in einem Urteil klargestellt, wie aus einem Bericht der Dresdner Neueste Nachrichten hervorgeht. Das gilt auch, wenn die Mitarbeiter nicht direkt beim Hotel, sondern bei einem Dienstleistungsunternehmen angestellt sind.

Die Verhandlung drehte sich um den Nachtportier eines Fünf-Sterne-Hotels. Dieser hatte um 1.30 Uhr den Autoschlüssel eines Gastes an der Rezeption entgegen genommen. Der Nachtportier verwahrte den Schlüssel allerdings nicht im Hotel, sondern machte eine Spritztour mit dem Wagen des Gastes. Er verursachte einen Unfall; am Wagen entstand Schaden in Höhe von 10.000 Euro.

Der Gast forderte das Hotel auf, den Betrag zu übernehmen. Doch die Verantwortlichen des Hauses weigerten sich, da das Parken von Fahrzeugen nicht zum Aufgabenbereich des Personals gehöre und der Portier lediglich über einen Dienstleister eingestellt worden sei. Das Oberlandesgericht allerdings sah den Sachverhalt anders. Es sei unerheblich, ob Personal direkt oder über Dritte eingestellt worden sei, oder ob der Gast in diesem Fall den Auftrag zum Umparken erteilt habe oder nicht. Der betreffende Portier habe als so genannter Erfüllungsgehilfe des Hotels seine Pflicht verletzt, den Autoschlüssel des Gastes sicher zu verwahren. Somit müsse der Betreiber für den entstandenen Schaden geradestehen. 

Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten