Co-Working
Kollektive Inspiration

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Ruby Hotels und die Kommunikationsagentur Serviceplan machen gemeinsame Sache und haben jüngst das erste Ruby Works in München an den Start gebracht. Das Beispiel von Ruby zeigt, wie das Arbeitsmodell sich mit der Hotellerie vereinbaren lässt und wieso es für CEO und Gründer Michael Struck ein zukunftsfähiger Geschäftsbereich ist. Wichtig ist dabei vor allem die klare Definition der Zielgruppe.

Stylische Vintage-Sessel, alte Schultische und in der Mitte eine große Kücheninsel. Der Community-Bereich des Ruby Works Leo in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs erinnert nicht nur an eine Hotellobby, er sieht sogar fast genauso aus wie die öffentlichen Bereiche des Hotels Ruby Lilly, welches fußläufig in fünf Minuten zu erreichen ist. Und das ist Absicht. Der Design-Workspace soll hier zum Boutique-Erlebnis werden – die Zielgruppe ist die gleiche wie im Hotel, das heißt bei Ruby: Bereiste, kreative, ideenreiche und flexible Menschen – die »kosmopolitische Avantgarde«. Dabei besinnen sich die Macher auch hier wieder auf ihre »Lean Luxury«-Philosophie und wollen bezahlbaren Luxus bieten, die Nutzer aber auch eben nicht überladen. »Wir wollen unseren Hotelgästen und allen anderen Gleichdenkenden eine inspirierende Arbeitsumgebung schaffen, in denen sie, wie in unseren Hotels, Teil der Ruby Community sein können«, erklärt Ruby-CEO und -gründer Michael Struck.

Ruby und Serviceplan haben das Joint Venture aus gutem Grund gemeinsam gestartet. Die Infrastruktur des Hotels wird genutzt, so versorgt das Housekeeping oder der Facility Manager den Workspace direkt mit. Am Standort des Ruby Works Hans in Hamburg, welches im Dezember eröffnet wird, sorgt die Agentur für eine ständige Belegung – in München sind es die Mitarbeiter des Firmensitzes von Ruby. »Dadurch haben wir eigentlich keine weiteren Fixkosten«, erläutert Struck. In den kommenden eineinhalb Jahren sollen weitere Coworking-Projekte an Ruby-Standorten, die auch für Serviceplan relevant sind, entstehen. Unter anderem werden Wien und Köln anvisiert. Künftig will Struck gezielt Immobilien für seine Hotels anmieten, in denen auch Platz für Coworking ist. »Wir mussten bisher schon einige Standorte ablehnen, weil sie zu groß waren – denn wir wollen ja weiterhin Boutiquehotels bieten.«

»Coworking wird erwachsen«

Um im großen Coworking-Markt relevant zu bleiben, wie Struck sagt, hat man sich bewusst entschieden, eine klar definierte Klientel anzusprechen. »Wir wollen erwachsene, gestandene Unternehmen anziehen. Und nicht – wie oft für Coworking-Spaces üblich – nur Freelancer oder Start-ups«, betont er und findet: »Coworking wird erwachsen.« Die Selektion erfolge hauptsächlich über das Ambiente und den Preis. Denn beim Coworking soll sich klassischerweise eine Community bilden: Es sollen sich Leute zum gemeinsamen Arbeiten finden, die voneinander profitieren, sich vernetzen, sich gegenseitig inspirieren und auch die gleichen Interessen haben. Dazu werden im Ruby Works monatliche After-Work-Veranstaltungen organisiert, es finden gemeinsame Mittag- oder Abendessen statt. »Die Arbeitswelt ändert sich, es werden andere Konzepte verlangt sowie eine andere Art der Gemeinsamkeit und eine andere Art Kontakte zu knüpfen.« Buchbar sind bei Ruby Works verschiedene Optionen, einen Monat in dem Coworking-Büro gibt es ab 345 Euro mit einem flexiblen Platz. Ein Tag kostet ab 15 Euro. Der Space verfügt neben dem großen Gemeinschaftsbereich über geteilte Büros mit mehreren Plätzen, winzige Intensify-Räume, Besprechungsräume sowie eine große Terrasse.

Michael Struck und Serviceplan-Geschäftsführer Roland Focken sehen in ihrem Joint Venture ein zukunftsfähiges Modell. Aber Coworking müsse auch Raum haben, sich ständig weiterzuentwickeln und die Betreiber müssten immer auf neue Entwicklungen und Ansprüche reagieren können und somit flexibel bleiben. Der nächste Schritt sei es möglicherweise, in sogenanntes Coliving zu investieren. Struck stellt sich etwa Serviced Microapartments in Kombination mit Coworking vor – Details könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen.