NGG: Guido Zeitler empört über Mindestlohnbetrug

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Rund 2,7 Millionen Arbeitnehmer haben 2016 weniger als Mindestlohn verdient. Das geht aus einer Studie des WSI-Instituts der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Vor allem das Gastgewerbe ist betroffen. Dazu findet Guido Zeitler von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten klare Worte.

 Er sei sauer, sagt der stellvertretende Vorsitzende der NGG, Guido Zeitler. "Es macht mich wütend, wie wenig Aufmerksamkeit es erfährt, dass mehreren Millionen Beschäftigten sogar die gesetzliche Lohnuntergrenze vorenthalten wird." Die Schwächsten der Arbeitswelt müssten endlich effektiv vor skrupellosen Betrügern geschützt werden. „Die Studie ist ein klarer Auftrag an die Koalitionäre in Berlin, sich des Problems des millionenfachen Mindestlohnsbetrugs endlich mit der notwendigen Konsequenz zu widmen."

Dass die Behörden hierzu seit Jahren nicht in der Lage seien, bringe eine Menge sozialen Sprengstoff mit sich und untergrabe das Vertrauen in die Politik nachhaltig. "Die Studienergebnisse belegen einmal mehr, dass die bisherigen Bemühungen, den Mindestlohn durchzusetzen, bei weitem nicht ausreichen", sagt Zeitler. Die neue Bundesregierung sei dringend zur Nacharbeit verpflichtet. Die rund 800 offenen Stellen bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit müssten endlich besetzt werden, mehr Planstellen geschaffen und die Kontrolldichte auch in kleinen Betrieben erhöht werden. „Fatal und völlig kontraproduktiv“ wäre es Zeitler zufolge, wenn die neue Regierung dem Drängen mancher Arbeitgeberverbände nach eine Lockerung der Dokumentationspflichten bei Mindestlohn und Arbeitszeit nachgäbe.

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